»Ah sell tut's leicht!« meinte sie sehr zufrieden. »Und halten wollt' i Enk, Göd ... wie mein' eigenen Vater!« sagte sie warm und nahm die blutleere kalte Hand des Alten in ihre warme Hand. »Sollt's es recht ... recht fein haben bei uns!« versprach sie.

Der Alte blinzelte mit seinen kleinen Augen, die so tief in ihren Höhlen lagen, erst auf den Wastl und dann auf die Vef, die vor ihm in der Stube standen. Dann zog er die scharfe Adlernase ein paarmal in die Höhe, als müsse er durch sie eine höhere Erleuchtung einschnuppern.

»Ist a toll's Mensch her ... dei' Madl!« lobte er dann befriedigt. »Und aa a schian's Mensch her. Kannst a Freud' hab'n dermit. A recht a saubers Mensch, dei' Vef!« murmelte er zufrieden vor sich hin. »Kann aa ordentlich zugreifen bei der Arbeit ...« überlegte er. »Sölle Arm' wia die dir herhat ... recht an ordentlich's Weibets, kam' mir amal für!« nickte er immer wieder vor sich hin.

Damit war die Sache eigentlich gewonnen, und sie hatten nur mehr auf die Gemeindebewilligung zu warten. Die ließ dann freilich noch ein paar Jahre auf sich warten, und der alte Mann in der Gungl, der immer gebrechlicher und kränker wurde, drängte schließlich selber zu der Heirat und konnte es kaum mehr erwarten, bis das junge Paar in seine Hütte einzog.

Ein kleines, enges Reich war das Gütl vom Göd. Die Heimat vom Regele war im Vergleich ein großer Holzpalast.

Der Göd war in eine kleine Kammer neben der Stube gezogen. In der Stube selbst schliefen die jungen Leute mit ihren Kindern, und in der Küche wohnten sie zum großen Teil.

Da wiegte die Vef ihr jüngstes Kind und herzte ihren Erstgeborenen im seligen Glück. Und innig und dankbar genoß sie die Liebe ihres Mannes, der ihr wie ein treuer Knecht ergeben war.

Das Regiment im Haus aber hatte die Vef inne. Das war nun schon einmal so. Auch der Alte fügte sich ihr gerne, brummte darüber und schmunzelte dazu. War nicht mehr zu viel nutz auf der Welt, der alte Mann. Saß fast den ganzen Tag steif und zittrig in der rauchgeschwärzten kleinen Kuchel auf der Bank neben dem offenen Herd und wärmte sich. Blinzelte in die Luft und brummte unverständliche Laute vor sich hin ...

Und wieder war's Sommer geworden in der Gungl. Die Vef hatte den Göd mit der Aufsicht ihrer Kinder betraut und ging hinaus auf die Mahd, ihrem Mann zu helfen. Der trug auf hochbeladener Kraxe das Heu in den Stadel ein, und die Last war so schwer, daß der junge starke Körper bei jedem Schritt zitterte und die Brust keuchte.

Von steiler Halde trug er das Heu, und langsam und vorsichtig, aber sicher setzte er die nackten Füße auf den schlüpfrigen Boden. Ein Fehltritt nur, und der Wastl wäre ausgerutscht, hätte sich, da er nirgends einen Halt hätte finden können, überkugeln müssen und wäre abgestürzt.