»Weit aus?« rief sie ihm mit ihrer weittragenden vollen Stimme zu.

»Nimmer gar weit!« rief er zurück.

An dem Klang der Stimme erkannte sie ihn.

»Jessas! Der Stanis!« rief sie freudig herunter. »Grüß di Gott, Stanis!«

Und dann warf sie den Rechen beiseite und kam, so schnell sie es vermochte, über die Halde heruntergelaufen, um den alten Bekannten vom Alpl zu begrüßen.

»Muaßt schon einer giahn, Stanis ...« lud sie ihn ein. »A Maulvoll Milch kosten und a Brot und an Butter essen. Hab' erst heut' in der Fruah frisch gekübelt!« erzählte sie.

»Ja ... und meine Facken?« wies der Stanis ärgerlich mit dem Stock auf die Schweine, die schon wieder ihren eigenwilligen Weg laufen wollten.

»Dö locken wir einer da und geben ihnen an Trank. Wart', i hilf dir!« Und resolut wie sie war, half sie dem Stanis die Schweine in den Stall treiben.

»Schlagt dir guat an, die Gungl!« neckte der Stanis, als er in der Küche beim Tische saß und aus der hölzernen Milchschüssel trank. »Ausgezeichnet!« Vom Fuß bis zum Kopf musterte er sie dreist und frech. »Hast no mehra sölle Fratzen?« meinte er dann, auf die beiden Kinderchen deutend.

»Bis iatz grad lei dö zwoa!« sagte die Vef und hielt dem Stanis voll Stolz das nackte dicke Bübl entgegen, damit er es gebührend bewundern solle.