»Wia alt bist aft'n du?« frug der Stanis und beugte sich zu dem größeren Kinde, das nur mit dem färbigen Hemdchen bekleidet am Boden saß.
»Der? Der ist zwoa Jahr auf Martini und der kloane acht Monat. Aber so viel a braver! So viel a braver Bua!« lobte sie und putzte das kleine Stumpfnäschen mit ihrer Schürze. »Gelt, Ahndl, brav ist er, der Luisele?«
Der Alte auf der Herdbank, im Lodenrock und mit dem Hut am Kopf, brummte mit seinem zittrigen, zahnlosen Mund unverständlich vor sich hin. Die Vef war aber ganz zufrieden mit dem, was sie für eine Antwort hielt. Gleich wandte sie sich wieder dem Stanis zu. »Gelt, und toll ist er?« frug sie voll Mutterstolz.
»Was geiht's aft eppar iatz ab? Zwilling?« frug der Stanis boshaft.
»Von mir aus aa. Je mehr Kinder, desto liaber!« lachte die Vef.
Da mußte der Stanis laut herauslachen über das ehrliche Geständnis.
»Wo hast aft dein' Alten, den Wastl?«
»Werd' glei kömmen.« Sie öffnete die Türe und rief mit ihrer schönen dunkeln Stimme den Namen ihres Mannes.
»Wastl! Einer giahn! Der Stanis ist da!«
Es dauerte eine Weile, bis der Wastl kam. Der Stanis aber erzählte indes, was sich in der Heimat draußen in der letzten Zeit ereignet hatte.