»Wo waren die Schlachten?«
»Alle bei Lemberg.«
»Und die Russen kommen nicht weiter? Gott sei Dank! Von wem haben Sie Ihre Nachrichten?«
»Seit den letzten vierzehn Tagen nur aus serbischen Zeitungen.«
»Und sind die Serben in Österreich?«
»Nein, nur eben wollten sie über die Save, aber da haben sie große Verluste erlitten und mußten zurück.«
»Ja, aber Mädel, da ist doch gar nichts verloren!« jubelte der Offizier und vergaß vor Freude allen Respekt. »Kind, da ist viel, viel gelogen worden! Ich kenn' doch die Saubagasch! Und der Österreicher ist bloß in der Defensive! Da kann er unbezwinglich sein; war es immer in solcher Lage! Herrgott, so eine schöne Zeitung wie ich hat noch kein Mensch der Welt gehabt!«
Und überglücklich faßte er sie an den Armen, als wollte er sie im Kreise schwenken. Aber da knurrte ganz nahe der große Hund, der sich beim Gespräche der beiden manierlich herangeschlichen hatte.
»Bist du still,« rief Livia ernst. Und man hätte sehen können, daß sie sich von dem kostbaren Fliegerleutnant ganz gern ein bißchen hätte wirbeln lassen. Aber dem war die Lust vergangen.
»Diese Hunde,« sagte er grimmig. »Seit Wochen hasse und fürchte ich nichts als sie. Wissen Sie, daß man mich mit Bluthunden verfolgt und gesucht hat? Ganz nahe waren sie mir schon!«