„Die kleine Cidronne, aus meiner Komödiantengesellschaft.“

„Und die Suzanne?“

„Hm,“ sagte Vaudreuil mit einer winzig kleinen, aber sehr liebenswürdigen Verlegenheit: „Das ist eine sonderbare Sache. Denken Sie sich, die Zofe meiner Frau, die reizende Lenore Oiseau, liegt mir beständig an, ich solle sie einmal spielen lassen. Sie hat Ihr Stück gelesen und mir die hübschesten Sachen aus der Rolle der Suzanne, die sie auswendig kennt, entzückend rezitiert ....“

„Ah, da werde ich sie prüfen,“ freute sich Beaumarchais.

„Wenn ich bitten dürfte, so lassen Sie mich dabei sein,“ warf der Herr von Vandreuil rasch ein. Dann flüsterte er: „Im Vertrauen, mein Freund: Die kleine Lenore hat mir für diese Vergünstigung, die Rolle kreieren zu dürfen, eine reizende Zusage gemacht ....“

„Sie sind indiskret, lieber Graf,“ schmunzelte Beaumarchais. „Immerhin wird sie ihre Talentprobe abzulegen haben und ich werde sie strenge prüfen, denn an der Rolle liegt viel. „Ah!“ schaute er überrascht empor und starrte in die vom Kammerdiener geöffnete Tür. „Da kommt ein Amerikaner?“ Er erhob sich, über die Maßen höflich: „Herr Benjamin Franklin selbst, wenn ich nicht irre?!“

Vaudreuil lachte herzlich über diesen Irrtum, und der neue Ankömmling, der, in sackgrobes Tuch gekleidet, mit Stiefeln, rundem Hut und Knotenstock in seltsamen Kontrast zu den beiden leuchtenden Messieurs trat, begann sogleich mit kurzen Worten: „Nein. Benjamin Franklin hat nur die dumme Manier, sich so freiheitlich zu kleiden wie ich. Mein Name ist Crambon, bester Dichter.“

„Ah.“ Beaumarchais verneigte sich belustigt. „Sie sind es, der meinen Figaro geben soll?“

„Mhm,“ bestätigte Crambon, indem er mit den zusammengebissenen Kinnbacken gegen die Brust knackte.

„Dann geben Sie ihn doch, bitte, nicht so ehrlich und rauh, wie Sie auftreten, sondern als gewandte Schlange; nicht?“