„Ich werde ein feines Luder aus ihm machen, so ungern ich Seidenstrümpfe trage,“ sagte Crambon. „Aber Ihre Philosophie ist so tüchtig, daß ich die meine für einen Abend gern beiseite stelle.“
„Ach bitte, das tun Sie möglichst vollständig!“
„Wir werden, wir werden,“ murrte Crambon.
„Nehmen Sie das nicht so leicht,“ warnte Beaumarchais. „Es gehört viel Genie zu einem gewandten Darsteller des Figaro!“
„Da müssen erst viele Halbwüchsigkeiten Genies genannt werden, bis endlich ein wirkliches Genie — — übersehen wird,“ brummte Crambon prachtvoll.
„Aber Sie sollen nicht übersehen werden,“ klagte Beaumarchais. Ihm war sehr bange um den Erfolg dieses Figaro.
„Ich werde mich benehmen wie ein Schuft,“ versprach Crambon. „Ich werde elegant und geschmeidig sein. Ich werde brillant und liebenswürdig sein; ich werde eine weiche Stimme haben und spielen, wie die süßeste Geige des Meisters Amati. Geben Sie nur acht, ich werde mich so reizend benehmen, als ob ich ein Schuft wäre.“ Er schloß unerwartet, indem er schrie: „Jetzt aber muß ich endlich zu essen kriegen!“
Herr von Vaudreuil rannte nur so nach seinem Kammerdiener, um den Hunger des Bürgers Crambon nicht bis zu noch gefährlicheren Grobheiten wachsen zu lassen. Nach drei Minuten schon klappte Prospère an der Tür die feinen Beine zusammen und meldete:
„M'sieur Crambon est servi.“
Herr Crambon stürzte gierig ab.