Vor dem Tore straffte sich seine Gestalt und mit rauhem Tugendgruß wies er einen kleinen Marquis von sich hinweg, der ihm höflich wie ein Schüler hatte nahen wollen. Es war ein schöner Morgen. Crambon war wieder ganz Bürger, Philosoph und Cato.

„Das hat ihm dieser Vaudreuil nun übel genommen, statt sich daran zu belustigen,“ rief Beaumarchais, der ihm nachsah, aus. „Dieser Vaudreuil! Dieser Typus eines regierenden Standes, der sich weder behaupten, noch entsagen kann. Dieses Paradestück des Adels, der sich selber nicht mehr in der Höhe halten zu können glaubt, in die er emporgeklettert ist und der seine eigene Strickleiter abschneidet, indem er stolz tut auf solche Größe.

Was verdient diese Welt, die applaudiert, wenn sie gelästert wird, Besseres, als gelästert zu werden?

Da seht mir doch die Juden an: Niemandem wurden so viel üble Dinge vorgeworfen, als ihnen, aber sie behaupteten sich und behalten recht, weil sie niemals müde wurden, zu behaupten, sie hätten recht.

Ich, was mich betrifft, wenn meine Dichterkraft je erlöschen sollte, ich werde Werke über meine Werke schreiben, in denen ich der Welt meine eigene Größe beweisen werde.

Das Leben will, daß seine Geschöpfe seine Gaben achten, und was sich nicht selbst behaupten kann trägt den Tod in sich. Da hat dieser Vaudreuil eine Erscheinung voll Glanz, einen erlauchten Namen, Geld, Macht, Weiber — — und ist unglücklich, weil er kein hungriger Philosoph und Dichter werden kann. Er protegiert mich, der seinen Stand verhöhnt, und wird zum Spielball eines davongelaufenen Kammerdieners und einer Gans.

Es ist frivol von diesem Vaudreuil; wirklich frivol!“

Der Liebestrank.