„Ja, ja!“ rief die entfachte Begeisterung der jungen Damen. Denn die standen schon alle auf den Sesseln.
Welcher französische Akademiker widerstände dem hüpfenden Zurufe junger Mädchen? „Ja,“ sagte also Herr Mignard. Und als die ganze Gesellschaft Beifall klatschte, lächelte sogar Mignards Sohn, Olivier, ein junger Marineoffizier, und kam freundlich näher heran.
„Recht streng, nicht wahr,“ fragte Cagliostro weiter.
Professor Mignard aber blieb Akademiker. Er sagte: „Streng wollen Sie? Da bitte ich doch diese erlauchte Versammlung, zwei Objekte für das Experiment des Liebestrankes zu wählen. Das wird Ihnen Ihre Aufgabe sauer genug machen. Nebstbei frage ich, ob Sie der Akademie Kaution erlegen wollen für den Fall, daß einer der sich zum Experiment bereit erklärenden Teile an seiner Gesundheit Schaden litte?“
„Aber ja,“ lächelte Cagliostro, überlegte einen Augenblick, griff dann in die Tasche und zog eine dicke Handvoll blendend schöner Brillanten hervor, bei deren Anblick alles ergriffen stilleschwieg. Es mochte eine kleine Million sein, die der rätselhafte Graf da nur so aus der Tasche zog.
„Bitte, prüfen Sie, ob sie echt sind,“ sagte Cagliostro gleichgültig und legte die Steine vor Mignard hin. Der Gelehrte hatte einen Rubin am Finger, und an dem führte er mißtrauisch einen der Steine Cagliostros ritzend entlang.
„O weh,“ rief er. Der Rubin hatte einen tüchtigen Riß weg, und Cagliostro sah ihn strafend an. „Graf Barrées,“ bat er dann ruhig: „Nähmen Sie diese Diamanten für die Akademie der Wissenschaften in Verwahrung, bis ich rehabilitiert bin?“
Barrées kam langsam herbei. Es waren Steine von solcher Schönheit, daß sogar er sie mit Ehrfurcht in Empfang nahm.
Das Parterre, das Cagliostro sich damit gebildet hatte, war präpariert. Alle Haare sträubten sich vor Erregung.
Cagliostro war zufrieden. Kardinal Rohan hatte einem wucherischen Juwelier die Diamanten zu einem verliebten Geschenk für die Königin abgepumpt. Dem Kardinal wieder hatte eine Schwindlerin das herrliche Halsband herausgelockt; ihr aber hatte es der Meister allen Betruges, Cagliostro, abgegaukelt. Nun begann aber die Geschichte zum Himmel zu stinken und Cagliostro war sehr froh, die aus ihren Fassungen gelösten Steine beim Grafen Barrées hinterlegen zu dürfen. Hier suchte und forderte sie niemand.