Und Herr Miradoux, der Unverbesserliche des ancien régime, begann von neuem auf der Geige die Schmeichelweise Mozarts zu streichen, ganz piano ....., leise lachend ordneten sich etliche Paare, wie früher. Aber die kleine Zénobe wagte nicht, mit anzutreten. Sie weinte vor Schreck und meinem Großvater war es gar nicht um den Tanz mit der Zofe. Er drehte ihnen allen, schwerblütig fortwandelnd, den Rücken.
Das war die denkwürdige Menuett gewesen, die der bürgerliche Kapitän Primus Thaller in einer Reihe mit einem hochansehnlichen Adel getanzt hatte.
Es war die letzte Menuett des Rokoko gewesen, mitten in ihrer graziösen Süßigkeit zerrissen durch den Ruf des Jakobinertribunals. In eigenartig gemischter Betrübtheit stieg Herr Kapitän Primus wieder in den Tag hinauf und auch die kleine Blanchefleure verließ ihr Gefängnis, um vor Gericht zu treten.
Dessen Barriere glich einem Branntweinschanktisch. Vier oder fünf unordentliche Rohlinge lauerten dort, schmutzig und bösartig wie gesträubte Bauernhunde.
„Bürgerin Blanchefleure Massimel? Witwe?“ knurrte sie einer an.
„Da Sie es so wünschen — — —“
„Vom ehemaligen Hofstaat der Bürgerin Antoinette Capet?“
„Wessen? Der Königin, wollen Sie sagen?“
„Ach, so? Notieren Sie das genau, Bürger Pouprac! Königin sagte sie.“
„Ich denke, das genügt schon,“ murrte Pouprac gleichmütig. Dann aber sah er boshaft auf. „Warum lächeln Sie, Bürgerin? Sie beleidigen das Gericht damit! Warum lächeln Sie?“