„Aber so wird die Methode ganz erfolglos sein, ohne jede Beute,“ rief Georg.
„Meinen Sie,“ lächelte Landry.
Der arme Junge errötete. „Ich meinte, vom Wilde werden wir nichts sehen, noch hören,“ verbesserte er sich.
„Ach, das ist doch Sache der gemeinen Jägerei,“ tröstete der Schloßherr.
So wurde entzückend viel Natur getrieben in den Waldhöhen über Schloß Patmos. Landry selbst war unerschöpflich in neuen Entdeckungen und sorgte eifrig, daß man dem lieblichen, schuldlosen Urzustande, wie er sagte, möglichst nahe kam.
„Die Urnatur ist weder lieblich, noch schuldlos,“ seufzte Georg bei solch einem Geplauder ernst; aber da kam er schön an. Herren und Damen bewiesen ihm an der Hand Rousseaus, daß die Kinderjahre der Menschheit in rührendster Eintracht und Reinheit hingeflossen seien. „Sehen Sie doch unsere guten, demütigen, redlichen und einfachen Bauern an,“ riefen sie ihm zu. „Wie sind sie glücklich, wie naiv, zufrieden, fromm und dankbar!“
„Und wer wagt es, Ihnen das zu sagen?“ staunte der Deutsche, der einzige von der ganzen Versammlung, der die Bauern heimgesucht, beobachtet und ehrlich mit ihnen gesprochen hatte.
„Aber mein Gott, sie selber,“ hieß es.
Zum erstenmal fühlte sich der Deutsche nicht mehr klein und bedeutungslos vor dieser leuchtenden Gesellschaft. Er schwieg und dachte sich sein Teil.