Den Nachmittag verbrachte er mit Madame Dorette allein im Walde. Sie verzagte vor jeder Wurzel und fürchtete jedes Bächlein. Er mußte sie heben, stützen, tragen, und nur sehr langsam erlernten die kleinen Füßlein auf ihren hohen Absätzen im weichen Grunde das Gehen.

Sie hatte Angst; sie schalt, daß diese Natur ungefällig, unverständlich, rauh, verschlossen und dornig sei wie ein Deutscher. Nur wenn er sagte: „Aber Madame, sie ist jetzt modern,“ dann seufzte sie, nahm sich glatt zusammen und sagte wieder aufgerichtet: „Es ist wahr, Sie haben recht, lieber Baron.“

Als sie müde war, nahm er behutsam ihr Köpflein in seinen Schoß und ließ sie da schlummern. Ach, er liebte sie schon ein wenig. Aber seine scheue Art wagte keine Kühnheit.

Beim Schlafengehen war es wie gestern. Er berichtete von den Tieren des Waldes und brachte sie mit der köstlichen Fabel von Reineke Fuchs dreimal, viermal zum Lachen. Aber als er erzählte, wie Reineke die Wölfin im Eise festfrieren und an der Wehrlosen seine Liebe ausließ, da tat sie empört, obwohl sie hinter ihren Reifröcken vor Lachen fast erstickte.

„So etwas konnte auch nur ein Deutscher erfinden,“ rief die drollig zornige Stimme aus ihrem Versteck.

„Dorette,“ bat Georg.

„Ach, gehen Sie mir.“

„Dorette!“ flehte Georg.

Sie schwieg.

„Schönste Dorette!“