„Gut Nacht,“ sagte sie kurz. Bald darauf schlief sie, und der aufgewühlte Junge atmete sich vor Verlangen nahezu die Brust in Stücke.
Allen bekam die neue Mode der Natur in den nächsten Tagen sehr gut, nur der Deutsche wurde blaß und übernächtig.
Landry glaubte ihn warnen zu müssen, sich mit Maß an der Güte der Natur zu freuen, und Georg hätte beinahe vor Schmerz aufgeschrien. Jedoch schwieg er und überlegte: Was hat nur diese Dorette? Sie wußte, daß alle Welt sie für seine Geliebte hielt, und wurde es nicht.
Er machte sie darauf aufmerksam, was man von ihnen beiden dächte.
„Ach ja,“ lächelte sie, „aber man findet es äußerst nett, und ich hatte nie etwas dagegen, für nett gehalten zu werden.“
„Man, man, man!“ rief er verzweifelt. „Das ist ein Wort, das ich nur in Frankreich hörte und das mich tötet! Ich habe noch nie von einem so unheimlichen Tyrannen und Dämon aller Welt gehört, wie Ihr Begriff ‚man’ es ist.“
„Man schreit eine Dame auch nicht so an,“ sagte Dorette ruhig. „Sie sind gar nicht mehr nett, mein Freund. Man erträgt alles mit heiterer Gelassenheit; auch die Liebe. Man verbirgt es, wenn man erregt ist, und schließlich tröstet man sich anderswo.“
„Der erste gute Gedanke, den dieses ‚man’ hat,“ fuhr Georg wild heraus.
Und er begann der schwärmerischen, kleinen Heloise den Hof zu machen. Aber wie ein Schatten glitt deren bisheriger Freund, der kleine Vicomte Bareilles, zu der schönen Dorette hinüber. Er dachte, Georg wolle tauschen, und war hierüber sehr zufrieden.
Nun hatte der arme Junge es obendrein mit der Eifersucht zu tun.