Mozart fuhr nach Prag, um seinen Don Giovanni zu vollenden, Gilovsky aber suchte in Wien die Freunde, welche ihm helfen sollten, die neue Zeit mit dem Sturm, der Zerstörung und dem Haß auch im wiesenhaften Wien zu gestalten.
Er wurde, zur Zeit der Revolution, Jakobiner und begann mit einem Dutzend Menschen, welche unter Millionen von Österreichern allein dachten wie er, jene Verschwörung, welche mit Kräften, die kaum hingereicht hätten, den Bürgermeister einer Kleinstadt zu stürzen, den Thron der Habsburger untergraben wollte.
Der Verhaftung hat er sich dann durch einen Pistolenschuß ins eigene Herz entzogen. Er starb im Wertherstil, den er so sehr geliebt hatte.
Alles, was von diesem wilden Herzen übrigblieb, sollten die ahnungsvollen Schauer sein, die er an jenem Herbsttage in Mozarts Seele zum Tönen gebracht.
Wolfgang Amadé aber schien sie bereits vergessen zu haben. Denn vor Prag hatte Freund Duschek einen sonnenluftigen Weingarten. Dort wohnte Wolfgang Amadé, schob Kegel und hatte dabei Herz und Kopf voll Wohllaut.
Alles war zum Don Giovanni fertig. Die süßen Schmeicheleien Zerlinens und die Weltfreude seines Helden, — sogar der Bauernbursch; und einzig noch fehlten der tote Komtur und die Ouvertüre. War es ihm denn unbequem?
Sie tranken dort, tollten und neckten sich in der Villa vor dem goldenen Prag; nur bänglich leise fragten manchmal die Freunde: „Was ist mit der Ouvertüre? Die Oper soll in wenigen Tagen gegeben werden!“
Er aber lachte und sagte: „Laßt mir mein bißchen Freude.“
Und am Abend machte er nichts als Kindereien; es war ein prächtiges Festmahl gerichtet worden, an dem sechs oder sieben Bewunderer Mozarts, fast alles Herren vom Adel, teilnahmen. Leckereien, Champagner, der den ganzen Tisch überströmte, Blumen — — —.