Herr von Landry sagte sich: Ei, wenn das Geständnis nur flüstert und noch nicht selber schreit, dann ist alles gut, schmunzelte über die Unvorsichtigkeit seiner Frau Gemahlin, setzte sich mit graziöser Unbefangenheit an den Tisch und schrieb, ein Paladin der Galanterie bis in die Fingerspitzen, folgenden Brief:
„Meine Teure! Ich freue mich unendlich, von Ihnen zu vernehmen, daß die gütige Vorsehung endlich unsern Bund gesegnet hat! Ich werde mir die Ehre nehmen, Ihnen, Madame, noch in diesen Tagen meine Aufwartung zu machen in der Überzeugung, daß Sie die Güte gehabt haben werden, mich zu solch richtiger Zeit von der mir widerfahrenen Freude zu benachrichtigen, daß der künftige Erbe des Namens Landry das Wappen dieser Familie an seinem Coupé wird führen dürfen, ohne ein Lächeln zu erregen.
Beten wir zur Mutter Natur, Madame, daß es ein Sohn sei.
Tausend entzückte Grüße meinerseits. Bis dahin Ihr
ergebenster Diener
Jean Ch. de Landry.“
Und der Chevalier rüstete sich von neuem zur Abreise nach Paris, indem er sich bei seinen Gästen entschuldigte, die neue Mode der Menschenrechte dort zu studieren. Er versprach, sie mitzubringen. Er bat seine Gäste, sich bis dahin gut zu unterhalten, und empfahl Glycère inzwischen der Zärtlichkeit seines jungen Freundes „'ans ioeurgue“, wie sämtliche Damen den Thüringer nannten, da sie den Namen Hirschbach nicht aussprechen konnten.
Herr von Landry kam nicht mehr zurück. Man hatte ihn in Paris erkannt, als einen der Mitwisser der Halsbandgeschichte in der Wohnung seiner Frau eingefangen, und tat ihm der König nichts, so köpften ihn die Jakobiner.
Er aber lächelte.