Knüttel, Spieße und Sensen fegten auf sie los, aber da blieb der junge Deutsche stehen, legte die Büchse an, und vor dem herausknallenden Feuerstrahl schlug der schwerste von den rohen Burschen gewaltig auf den Rücken hin, mit hoch empor schnellenden Beinen. Aufschreiend flohen die Bauern, denn tödliche Gegenwehr waren sie von den verweichlichten Herrschaften nicht gewohnt, und Dorette stand wie gelähmt in der Finsternis. Aber vor ihre geblendeten Augen war noch immer Strahl, Knall und Fall gebrannt, und das Überschlagen eines hinschmetternden Menschenleibes unter strampelnden Beinen. In der Nähe lag jetzt ein Toter.

„Nun haben Sie auch noch gemordet,“ sagte sie müd.

„Alles zu rechter Zeit,“ atmete er auf. „Was wollen Sie, Madame: der Tod im Kampf? — Natur!“

„Ach, das ist eine abscheuliche Pointe, Ihre Natur. Wir werden sie nun selbst mitmachen; wir werden sterben hier im Walde.“

„Was fällt Ihnen ein, ich mag nicht,“ rief er und zog sie mit sich.

Gegen Morgen war sie so müde, daß er sie im Dickicht schlafen ließ, indes er sich entfernte. Schon mit dem grauenden Tage kam er zurück, weckte sie und bot ihr Milch, Brot und Eier. Freilich mußte sie die letzteren roh austrinken.

„Natur!“ sagte er lachend.

„Woher haben Sie das?“ fragte sie, als sie satt war.

„Gestohlen.“

„Gott behüte mich!“ Sie saß voll Abscheu auf der Erde.