Ach, und wie war sie so plötzlich allein in solcher Welt!
Und sie dachte an den verachteten Bauernjunker aus dem Thüringer Wald, der für sie um sein Leben gelaufen, sie gezerrt und bedroht hatte, der für sie mordete, stahl, sich im Kot der Straße beschmutzte und ihr, selber todmüde, die treuen Knie zum Kopfkissen bot.
Was war, wenn er nicht wiederkehrte?
Aus den Tagen wurde eine Woche. Sie bebte nach ihm, sie weinte um ihn, sie rief aus der ganzen Macht eines angstvoll liebenden Herzens seinen Namen. Er blieb fern.
Aus der Woche wurden zwei, aus den vierzehn Tagen ein Monat. Sie bequemte sich, das Deutsche zu erlernen, ihm eine Freude zu machen.
Endlich kam er und berichtete, wie er alle Behörden, zuletzt aber Drohung und Gewalt aufbieten hätte müssen, um den treulosen Bankier zur Herausgabe des Vermögens der Witwe Maintignon zu zwingen. In der Verwirrung dieser Zeitläufte hatte der Mann einen hübschen Gewinn zu machen gedacht. „Es ist in der Wildnis gerade so. Den kranken Hasen packt der Fuchs zuerst. Natur,“ schloß er wehmütig lächelnd, als er der glücklichen Dorette das Ihre einhändigte.
Dann, dann küßte er ihr die Hände, empfahl sich und ging fort; mit zuckendem Herzen und schweren, widerwilligen Knien.
Dorette lauerte, bis er die Türklinke erfaßte, und das dauerte eine ganze Zeit, obwohl er sich nicht mehr nach ihr umsah.
Dann aber lief sie ihm nach und warf sich ihm an den Hals.
Die Sonne ging unter und wieder auf. —