[S. 186.] In Klopstock’s Aeußerungen über die französischen Uebersetzungen der „Messiade“ oder in der Auffassung derselben scheint ein Irrthum zu liegen. Die erste war bereits zu Paris 1769 erschienen; die zweite des Pastor Petit-Pierre, mit der der Dichter keineswegs zufrieden war, zu Neufchatel 1795.
[S. 200.] Die erste Erzählung IV, 3 in den „Straußfedern“ ist noch von J. G. Müller, die Erzählung VII, 119 von Bernhardi, Tieck’s Beiträge ergeben sich aus der Vergleichung mit seinen Schriften. Der Rest in den fünf letzten Bänden gehört Tieck’s Schwester. Vgl. auch „Reliquien von A. F. und S. Bernhardi“, herausgegeben von W. Bernhardi (3 Bde., Altenburg 1847).
[S. 207.] Der Recensent des „Lovell“ in der „Jenaischen Literaturzeitung“, 1797, Nr. 337, fand z. B. in dem Worte Andächtigkeit, das Tieck gebraucht hatte, einen Anglicismus; in dem Originale werde es wol geheißen haben devotion!
[S. 220.] Ramdohr, „Ueber Malerei und Bildhauerei in Rom“ (3 Bde., Leipzig 1787). „Charis, oder über das Schöne und die Schönheit in den nachbildenden Künsten“ (2 Bde., Leipzig 1793). „Venus Urania“ (4 Bde., Leipzig 1798).
[S. 220.] „Aberglaube ist besser als Systemglaube“, sagt Wackenroder in dem Aufsatz: „Einige Worte über Allgemeinheit, Toleranz und Menschenliebe in der Kunst“ („Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders“, S. 106).
[S. 221.] „Ehrengedächtniß Albrecht Dürer’s von einem kunstliebenden Klosterbruder“, ohne Namen des Verfassers, in Reichardt’s „Deutschland“, 1796, Stück VII, 59.
[S. 225.] Brief eines jungen deutschen Mahlers in Rom an seinen Freund in Nürnberg („Herzensergießungen“, S. 179).
[S. 226.] Wackenroder’s Verhältniß zu Tieck ist für die Literaturgeschichte fast zu einem mythischen geworden. Die Freundschaft beider, ihre geistige Verwandtschaft, die gleiche Richtung, welche sie in der Poesie verfolgten, Wackenroder’s verhülltes Auftreten als Schriftsteller, sein früher Tod, der nicht vollendete „Sternbald“, endlich einige Aeußerungen Tieck’s haben zu der Ansicht geführt, als wenn sich das geistige Eigenthum beider Freunde nicht voneinander scheiden lasse, oder Wackenroder gar an den Dichtungen Tieck’s in der Stille einen Antheil gehabt habe, welcher das Recht des Dichters auf seine eigenen Werke zweifelhaft mache. Es ist weder das Eine noch das Andere der Fall. Da Wackenroder’s Andenken nach Tieck’s Erzählungen erneuert worden ist, so mag zur Vervollständigung des Bildes auch die folgende Bemerkung hier eine Stelle finden.
Die „Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders“ (Berlin, Unger, 1797), und die „Phantasien über die Kunst für Freunde der Kunst“, herausgegeben von L. Tieck (Hamburg, Perthes, 1799), gehören beiden Freunden gemeinschaftlich an, aber in einer Weise, welche die nähere Bestimmung des Antheils eines jeden sehr wohl erlaubt. Jenes Buch ist wesentlich Wackenroder’s, dieses wesentlich Tieck’s Eigenthum. In der Nachschrift an den Leser, am Schlusse des ersten Bandes des „Sternbald“, setzte sich Tieck schon im Jahre 1798 mit dem kürzlich verstorbenen Freunde literarisch auseinander. Er sagt daselbst ausdrücklich S. 374: „Von meiner Hand ist (in den ‚Herzensergießungen‘) die Vorrede, Sehnsucht nach Italien S. 23, ein Brief des Mahlers Antonio und die Antwort S. 52, Brief eines jungen deutschen Mahlers S. 179, und die Bildnisse der Mahler S. 194.“ Mithin gehören die übrigen Abhandlungen, die sämmtlich umfassender und bedeutender sind, Wackenroder an. In die „Phantasien“ nahm Tieck einige Aufsätze auf, welche er in der Vorrede als ein Vermächtniß seines verstorbenen Freundes bezeichnet; sie waren bestimmt, eine Fortsetzung der „Herzensergießungen“ zu bilden. Tieck sagt daselbst S. III: „Von Wackenroder ist in der ersten Abtheilung die erste und fünfte Nummer geschrieben; unter Berglinger’s Aufsätzen gehören mir die vier letzten an.“ Demnach ist von Wackenroder: „Schilderung, wie die alten deutschen Künstler gelebt haben“ S. 5, „Die Peterskirche“ S. 76, „Vorerinnerung“ S. 134, „Ein wunderbares morgenländisches Mährchen von einem nackten Heiligen“ S. 135, „Die Wunder der Tonkunst“ S. 147, „Von den verschiedenen Gattungen in jeder Kunst, und insbesondere von verschiedenen Arten der Kirchenmusik“ S. 160, „Fragment aus einem Briefe Joseph Berglinger’s“ S. 174, „Das eigenthümliche innere Wesen der Tonkunst und die Seelenlehre der heutigen Instrumentalmusik“ S. 181, „Ein Brief Berglinger’s“ S. 205. Alles Uebrige ist Tieck’s Eigenthum.