Mondbeglänzte Zaubernacht,
Die den Sinn gefangen hält,
Wunderbare Märchenwelt,
Steig’ auf in der alten Pracht!
Drittes Buch.
Kampf und Leiden.
1800–1819.
1. Bewunderer und Gegner.
Fünf Jahre waren verflossen, seit der Name des Dichters durch die Nachtstücke „Abdallah“ und „Lovell“ bekannt geworden war. In überraschenden Wendungen war er dann zum Humor, zum volksthümlichen Märchen und den romantischen Dichtungen übergegangen. Hier hatte er die vergessene Sage des Mittelalters neu belebt, und der Sehnsucht nach dem dichterischen und religiösen Glauben Worte gegeben.
Die dämonischen Romane fanden nicht die Theilnahme, welche er erwartet haben mochte. Es fehlte an ungünstigen Beurtheilungen nicht. Das Publicum verhielt sich diesen Erscheinungen gegenüber gleichgültig. Dann hatte der abweichende Ton der Volksmärchen überrascht und gereizt. Wenn Manche bedenklich wurden oder sich zu leidenschaftlicher Kritik hinreißen ließen, so gab es doch auch Solche, deren Beifall um so entschiedener war. Im Allgemeinen mußte man anerkennen, man habe es mit einem eigenthümlichen Dichtergeiste zu thun, der Glauben genug an sich selbst besitze, um seine eigenen Bahnen zu suchen und zu verfolgen. Die romantischen Dichtungen, die Verbindung mit den Schlegel und Novalis brachte Tieck’s Stellung zum Abschlusse. Ein bedeutender Erfolg blieb dieses Mal nicht aus, und die Poesie, welche wechselsweise den Humor und die Verherrlichung des Wunders voranstellte, fand auch in weitern Kreisen ihr Echo. In der literarischen Meinung des deutschen Nordens, mindestens in der Berlins, bereitete sich ein Umschwung vor.