Die ständige Vergrößerung der Schiffe in allen Klassen zeigt die auf Seite 15 gegebene Tabelle für England, in der jedoch einige Zwischenstufen nicht aufgenommen sind, da sie gegen das Ende des Abschnittes nur noch schwach vertreten waren.
Diese Tabelle, deren Angaben sich an die im ersten Bande Seite 178 für 1727 aufgeführten anschließen, ist nach Clowes III, Seite 9, 12, 335, zusammengestellt. Die Angaben für 1741 sind die in England als Bauvorschrift festgesetzten. Derartige Vorschriften waren von 1713 bis 1745 mehrfach erlassen, um Gleichmäßigkeit im Schiffsmaterial zu erzielen; dann aber sah man ein, daß durch zu eingehende Bestimmungen
Größenverhältnisse englischer Schiffe.
| Anzahl Kanonen | Jahr des Baues | Tonnen- Gehalt | Länge | Breite | Tiefgang | ||||||||
| in englische Fuß abgerundet | |||||||||||||
| 100 | 1741 | 1872 | 175 | 50 | 21 | Dreidecker | |||||||
| 1756 | 2047 | 178 | 52 | 22 | |||||||||
| 1789 | 2297 | 190 | 52 | 22 | |||||||||
| 90–98 | 1741 | 1679 | 168 | 48 | 20 | Linienschiffe | |||||||
| 1761 | 1827 | 176 | 49 | 21 | |||||||||
| 1768 | 1947 | 178 | 50 | 21 | |||||||||
| 70 | 1741 | 1291 | 154 | 44 | 19 | Zweidecker | |||||||
| 74 | 1759 | 1556 | 166 | 46 | 20 | ||||||||
| 1790 | 1836 | 176 | 49 | 20 | |||||||||
| 60 | 1741 | 1123 | 147 | 42 | 18 | ||||||||
| 64 | 1763 | 1380 | 159 | 45 | 19 | ||||||||
| 1782 | 1521 | 163 | 45 | 18 | |||||||||
| Linien- schiff | 1741 | 968 | 140 | 40 | 17 | Zweidecker | |||||||
| 50 | 1752 | 1046 | 146 | 36 | 17 | ||||||||
| 1765 | 1053 | 151 | 40 | 18 | |||||||||
| 44 | 1741 | 706 | 126 | 36 | 15 | ||||||||
| 1759 | 856 | 141 | 37 | 16 | |||||||||
| 1774 | 886 | 140 | 38 | 16 | |||||||||
| 38 | 1780 | 940 | 141 | 38 | 11 | Fregatten | |||||||
| 1782 | 1062 | 150 | 40 | 13 | |||||||||
| 36 | 1757 | 718 | 128 | 36 | 12 | ||||||||
| 1786 | 839 | 141 | 39 | 14 | |||||||||
| 32 | 1757 | 667 | 128 | 34 | 12 | ||||||||
| 1783 | 779 | 131 | 36 | 13 | |||||||||
| 28 | 1757 | 599 | 118 | 34 | 11 | ||||||||
| 1785 | 594 | 121 | 33 | 11 | |||||||||
| 20 | 1757 | 430 | 108 | 30 | 10 | Postships | |||||||
| 1776 | 429 | 108 | 30 | 10 | |||||||||
| 14 | 1746 | 276 | 91 | 26 | 12 | Sloops | |||||||
| 1776 | 429 | 108 | 30 | 10 | |||||||||
Verbesserungen gehemmt würden. Die Angaben für die späteren Jahre sind die Maße von ihrer Zeit besonders typischen Schiffen (Clowes führt die Namen an), die in England erbaut oder den Spaniers und Franzosen abgenommen waren.
Verbesserungen im Schiffbau. 1761 ward der erste Versuch gemacht, den Schiffsboden mit Kupferplatten zu belegen, um ihn gegen den Bohrwurm zu schützen; 1785 war diese Maßnahme in der englischen Marine durchgeführt, während die französische darin noch zurückstand. Es brachte den unerwarteten Vorteil mit sich, den Anwuchs von Algen und Muscheln zu verringern; die Schiffe büßten hierdurch weniger an Schnelligkeit ein und bedurften seltener einer Bodenreinigung. Allerdings wurde der Bau des Schiffsrumpfes schwieriger sowie teurer, da alle Bolzen unter Wasser aus Kupfer hergestellt werden mußten, weil eiserne infolge des galvanischen Stromes zwischen Kupfer und Eisen leicht zerstört worden wären. Die Pumpen zur Entleerung des Schiffsbodens wurden etwa um 1764 verbessert, so daß sie ihre Aufgabe mit weniger Arbeitskraft schneller und gründlicher lösten; dies war von gutem Einfluß auf den Gesundheitszustand an Bord. 1772 führte man sogar schon Destillationsapparate ein, die jedoch nur geringe Mengen von Trinkwasser liefern konnten. Zum Farbenanstrich pflegte man für den Schiffsrumpf Schwarz mit gelblich-weißen Batteriegängen (d. s. die Planken, in denen die Geschützpforten eingeschnitten waren), für die Rundhölzer (Masten, Raaen, Gaffeln usw.) Gelb zu wählen.
In Hinsicht auf die Beiboote trat noch keine Änderung ein (siehe Band I, Seite [166]). Sie wurden weiter auf Deck eingesetzt und blieben teilweise sehr groß, da man sie häufig zum Fischen gekappter Anker nötig hatte. Erst als im Anfang des 19. Jahrhunderts Ankerketten gebräuchlich wurden und die Boote bei deren großem Gewicht zum Ankerfischen nicht mehr tauglich waren, wurden sie kleiner; um diese Zeit erschienen auch die Bootsdavids zum Heißen der Boote an den Schiffsseiten. Die Boote waren gut besegelt und waren dadurch sowie durch ihre Größe zu tagelangen Entsendungen geeignet. Die Werften wurden immer leistungsfähiger, besonders auch, weil man den Dienst auf ihnen besser regelte, für jedes Schiff eine besondere Schiffskammer zur Aufbewahrung seines Materials anlegte und die Angestellten sorgsamer auswählte, sowie besser bezahlte.
Die Kauffahrteischiffe des 18. Jahrhunderts waren selten größer als 800 tons. Sie wurden etwas schmaler als die Kriegsschiffe gebaut, führten meistens immer noch einige Kanonen und wurden häufig im Anstrich den Kriegsschiffen ähnlich gehalten (mit Batteriegängen), um Kaper abzuschrecken. Beim Bau solcher Fahrzeuge, die besonders für den Kaperdienst bestimmt waren, legte man Wert auf Schnelligkeit, worin sich frühzeitig die englisch-nordamerikanischen Kolonien hervortaten.