| Die französische Flotte. | |||||||
| Vorhut | Mitte | Nachhut | |||||
| Hercule | 74 | [170]Hector | 74 | Diadème | 74 | ||
| Souverain | 74 | [170]César | 74 | Destin | 74 | ||
| Palmier | 74 | ![]() | Magnanime | 74 | |||
| Northumberland | 74 | Dauphin-Royal | 70 | Réfléchi | 64 | ||
| Neptune | 74 | Languedoc | 80 | Conquérant | 64 | ||
| Auguste[1)] | 80 | [170]Ville de Paris[2)] | 104 | Magnifique | 74 | ||
| [170]Ardent | 64 | Couronne | 80 | Triomphant[3)] | 80 | ||
| Scipion | 74 | Eveillé | 64 | Burgoyne | 74 | ||
| Brave | 74 | Sceptre | 74 | Duc de Bourgogne | 80 | ||
| Citoyen | 74 | [170]Glorieux | 74 | Marseillais | 74 | ||
![]() | Pluton | 80 | |||||
1) Flaggschiff des Chef d'Escadre De Bougainville.
2) Flaggschiff des Lieutenant-Général Comte de Grasse.
3) Flaggschiff des Chef d'Escadre De Vaudreuil.
Hinter „Glorieux“ durchbrach Rodney und hinter „César“ Hood die französische Linie.
Am 12. April mit Tagesanbruch, gegen 5½ Uhr, steuerte die englische Flotte bei SO-Wind südlich; sie lag über Steuerbordbug mit „Kiellinie in Kehrt“, so daß also die eigentliche Vorhut (Geschwader Hood) zur Nachhut wurde. Man sah die französische Flotte in NO, gleichfalls über Steuerbordbug bei OSO-Wind, aber in einer breiten Masse liegend (Plan I a); sie war durch ungünstige Zufälle sehr auseinandergekommen. Ihre östlichsten Schiffe befanden sich 8–10 Seemeilen von den westlichsten entfernt; unter diesen befand sich das Flaggschiff „Ville de Paris“, das etwa 10 Seemeilen von Rodneys Flaggschiff stand. Noch westlicher sah man „Zélée“ im Schlepp der Fregatte (b). Rodney ließ sofort seine 4 letzten Schiffe auf diese abhalten (c), wohl um de Grasse zu ihrer Deckung nach Lee zu locken. Mit seiner Flotte wendete er, alle Schiffe zugleich, und bildete dann wieder die Kiellinie beim Winde über Backbordbug, also mit Kurs ONO (d). Sein Plan gelang.
De Grasse gab gegen 6 Uhr Befehl, abzuhalten, Segel zu mehren und gleichzeitig die Schlachtlinie über Steuerbordbug „in Kehrt“ herzustellen (e). Gegen 7 Uhr rief Rodney die jagenden Schiffe zurück und ließ seine Linie auf eine Kabellänge Entfernung zwischen den Schiffen schließen. Gleichzeitig hatte de Grasse erkannt, daß er die Luvstellung verlieren würde, wenn er wie bisher weiter raum steuerte; er ging wieder an den Wind, der um diese Zeit nach Ost drehte. So begann ein Rennen zwischen den beiden Flotten um die Luvstellung; die französische lag über Steuerbordbug etwa SSO (f), die englische über Backbordbug etwa NNO (f'′), aber die erste war noch nicht gut ausgerichtet, als der unvermeidliche Zusammenstoß erfolgte.
Rodney hatte auch während des Aufkreuzens an den letzten Tagen von Zeit zu Zeit nach Möglichkeit ausrichten lassen, jetzt wurde die Gefechtslinie bald in guter[366] Ordnung hergestellt. De Grasse dagegen wurde es schwer, die Formation einzunehmen, da die Schiffe so weit verstreut waren; als der Zusammenstoß erfolgte, hatten noch nicht sämtliche Schiffe der Vorhut und Nachhut ihre Posten eingenommen (Plan II, V. und N.). Vaudreuil, der die Nachhut befehligte, also zuletzt ins Gefecht kam und alles gut übersehen konnte, schrieb später: „Wir bildeten unsere Linie unter Gewehrfeuer.“
