Der Krieg in Westindien war zu Ende nicht nur für das Jahr 1782, sondern überhaupt. Vaudreuil sandte von Cap Français über 200 Kauffahrer in 2 Konvois unter starker Bedeckung nach Europa und segelte am 4. Juli, nur 2 Linienschiffe zurücklassend, mit dem Rest der Flotte, 16 Schiffen, nach Nordamerika; ein Linienschiff nebst 2 Fregatten war schon kurz vorher abgesandt, um englische Niederlassungen in der Hudsonbucht zu brandschatzen. Die Spanier gingen nach ihren Stationen zurück. Rodney wurde am 10. Juli durch Admiral Hugh Pigot abgelöst.

Rodney fiel als strenger Tory trotz seiner Verdienste dem Ministerwechsel zum Opfer. Allerdings ward seine Abberufung auf die Nachricht vom letzten Siege widerrufen, aber die Verfügung traf in Jamaika erst ein, als der Admiral bereits abgesegelt war. Rodney hat während der 2½ Jahre seines Kommandos den Gegnern 12 Linienschiffe abgenommen, darunter den einzigen Dreidecker, der je einem Feinde in die Hände gefallen ist, und fünf vernichtet; er hat ferner einen französischen, einen spanischen und einen holländischen Admiral gefangen genommen. Für seinen letzten Erfolg ward er mit der Peerswürde und einer Pension belohnt; er starb 1792.

Auch Hood wurde zum Peer erhoben; ihm werden wir im ersten Teile des nächsten Krieges wieder begegnen, wo er sich die höchste Bewunderung Nelsons erwarb.

Pigot segelte mit dem größten Teile seiner Flotte nach New York, um die französische im Auge zu behalten. Beide Flotten kehrten nochmals nach Westindien zurück, aber nur im Kleinen Kriege stießen sie noch zusammen.

Über die Kriegführung in Westindien 1782 ist nicht mehr viel zu sagen. Anfangs hatten die Franzosen das Übergewicht, später waren die Engländer wenigstens jenen allein überlegen. Beide nutzten es nicht aus, um die unbedingte Seeherrschaft zu erringen. So eroberten die Franzosen zwar eine größere Zahl englischer Inseln, doch waren diese sämtlich nur von untergeordneter Bedeutung. Die Engländer vereitelten den Hauptplan der Gegner, Jamaika zu erobern, da jedoch deren vereinte Seemacht überlegen blieb und leicht noch verstärkt werden konnte, sahen sie sich weiter auf die Verteidigung beschränkt und mußten ihre Bewegungen denen des Feindes anpassen. Zu ihrem Glück haben die Niederlage bei Dominica, der Fehlschlag des Unternehmens gegen Gibraltar und auch wohl die Friedensunterhandlungen zwischen England und seinen Kolonien die Tatkraft der Verbündeten gelähmt.

In Nordamerika brachte das Jahr 1782 keine Ereignisse von Bedeutung mehr. Der Landkrieg war nach der Kapitulation von Yorktown fast eingeschlafen; die englischen Befehlshaber hatten Weisung erhalten, sich auf die Behauptung der noch besetzten Plätze zu beschränken, und auch die Amerikaner nutzten ihren Erfolg nicht aus. Zu einem Angriff auf New York fühlten sie sich zu schwach.

Die Lage der amerikanischen Finanzen war schlimmer als je. Von 9 Millionen Dollars, die der Kongreß für dies Jahr brauchte, ließen sich höchstens fünf den Einzelstaaten auferlegen; der Rest mußte durch Anleihen beschafft werden. Zur Sicherung schlug der Kongreß die Einführung eines Zolles für alle Kolonien vor, aber mehrere Staaten lehnten sie ab, und von den fünf Millionen ging nur eine halbe ein. Zwar traf von Frankreich im Januar 1782 nochmals eine Unterstützung ein und auch die Anleihe in Holland brachte Gelder, aber alles waren nur Tropfen auf den heißen Stein. Die Truppen litten Mangel und Washington hatte die größte Mühe, sie zu beruhigen und zusammenzuhalten.

Auch zur See ereignete sich nichts von Bedeutung[174]. Pigot, der am 4. September in New York eingetroffen war, ging Ende Oktober nach Westindien zurück, weil man wußte, daß die Verbündeten den Plan gegen Jamaika noch nicht endgültig aufgegeben hatten. Er segelte nach Barbados, ließ aber Hood mit 13 Linienschiffen bei Haiti kreuzen. Vaudreuil, der am 10. August in Boston geankert, eine feste Verteidigungsstellung eingenommen und dann seine Schiffe gründlich überholt hatte, segelte am 24. Dezember nach Puerto Cabello, um sich hier mit der spanischen Flotte zu vereinigen; er führte 4000 Mann vom Heere Rochambeaus mit sich.

Die Friedens-Präliminarien.

Die zwischen England und den Vereinigten Staaten zu Paris vom 30. November 1782, und die zu Versailles vom 30. Januar 1783 zwischen England und den beiden Königreichen vereinbarten Vorbedingungen des Friedens, in die für Holland wenigstens Waffenstillstand eingeschlossen war, machten dem Seekriege in den europäischen, sowie den westindischen Gewässern ein Ende; nur in Ostindien dauerte der Streit noch fort.