Die Verhältnisse im Landkriege gestalteten sich zugunsten Englands. Die Mahratten hatten im Mai 1782 Frieden geschlossen, der allerdings erst im Dezember ratifiziert wurde. Infolgedessen drangen die Engländer von Bombay aus an der Westküste vor und Haidar glaubte sich genötigt, entweder auf den auch ihm angebotenen Frieden einzugehen oder sein Heer zur Verteidigung des eigenen Landes aus dem Carnatic zurückzuziehen; von den französischen Truppen konnte er Unterstützung nicht erwarten, da sie kaum genügten, Cuddalore zu halten. Bei Zusammenkünften am 26. und 29. Juli, bei denen Haidar dem von ihm hochgeschätzten Admiral große Ehren erwies, gelang es nun Suffren, den Sultan durch Hinweis auf die Ankunft de Bussys zur Fortsetzung des Krieges zu bewegen. Haidar schickte seinen Sohn Tippu Sahib zur Malabarküste und blieb mit der Hauptmacht im Carnatic.
Suffren ging dann am 1. August in See und erreichte am 9. Batticaloa; von Cuddalore hatte er 600 Mann Infanterie, sowie eine Kompagnie Artillerie mitgenommen. Am 21. stieß die erstgenannte Verstärkung zu ihm, am 24. segelte er nach Trincomali, in der Nacht vom 26./27. wurden 2300 Mann gelandet, am 27. und 28. Batterien von Schiffsgeschützen errichtet und am 29. das Feuer gegen die beiden Forts eröffnet, die die Stadt verteidigten. Schon am 30. August begannen Verhandlungen. Suffren, der die Ankunft Hughes' erwarten mußte, bewilligte der etwa 1000 Engländer und 600 Sepoys starken Besatzung Abzug mit allen Ehren, worauf die Forts am 31. übergeben und die Abziehenden nach Madras geschickt wurden. Suffren schiffte sofort die von den Schiffen entnommenen Mannschaften und Geschütze wieder ein, ließ jedoch eine starke Garnison zurück, so daß er aller Sorge um den Platz enthoben war.
Die Schlacht bei Trincomali am 3. September 1782. Hughes hatte nach der letzten Schlacht in Negapatam mit dem Ausbessern begonnen, war aber am 20. Juli nach Madras gegangen, um mit dem dort vorrätigen Material die Arbeiten besser auszuführen. Am 12. August waren sie nahezu beendet, es unterliegt aber keinem Zweifel, daß dies bei der Übung der Engländer früher der Fall gewesen wäre, wenn der Admiral den gleichen Eifer entfaltet hätte wie sein Gegner; so ging er auch erst am 20. in See, obgleich er um die Abfahrt der Franzosen nach dem Süden wußte, und traf dann am 2. September vor Trincomali ein, um wenige Tage zu spät zur Rettung dieses Platzes durch eine, wenn auch vielleicht nur unentschiedene Schlacht. Diese kurze Zeit hätte er sicher erübrigen können; jetzt gab ihm nicht einmal ein voller Sieg die Gewißheit, Trincomali wiederzunehmen.
Als die englische Flotte erschien, ging Suffren ihr entgegen: zum Kampfe um die Seeherrschaft, zumal, da er wußte, daß dem Gegner bald eine ansehnliche Verstärkung in Aussicht stehe.
Die Schlacht bei Trincomali am 3. September 1782. Die französische Flotte zählte jetzt 14 Linienschiffe, außerdem hatte Suffren eine schwere 36-Kanonenfregatte, einen genommenen englischen Ostindienfahrer, eingestellt. Die englische bestand aus 12 Linienschiffen; in Madras war ein Schiff der unter Kapitän Bickerton erwarteten Verstärkung zu ihr gestoßen, das in einem Sturme von den anderen abgekommen war.
Am 2. September nachmittags wurde das Nahen der Engländer in Trincomali gemeldet; Suffren ging am 3. in aller Frühe in See. Die englische Flotte kam um[395] diese Zeit bei frischem SW-Winde SSO auf den Hafen zusteuernd in Sicht, drehte aber ab, als sie die französische Flagge am Lande wehen und die feindliche Flotte aus dem Hafen kommen sah. Hughes hatte keineswegs die Absicht, den Kampf zu vermeiden, obgleich der Gegner zu Luvard stand, aber er wollte diesen vorher möglichst weit von dem Hafen abziehen, um etwa in der Schlacht beschädigten Schiffen die Rückkehr dorthin zu erschweren. Er scheint aber auch darauf gerechnet zu haben, daß der Feind bei längerem Folgen in Unordnung geraten und dann übereilt angreifen würde, wenn er ihm erst am Nachmittage den Kampf anböte; er kannte die ungleiche Segelfähigkeit der feindlichen Schiffe, von denen nur die Hälfte gekupfert war, sowie deren Kommandanten, die an Geschicklichkeit den seinigen nicht gleichstanden.
Schlacht bei Trincomali, 3. September 1782.