[143] John Byron, der Großvater des Dichters Lord Byron, geboren 1723, machte als Midshipman auf der Fregatte „Wager“ Ansons Weltumsegelung mit, litt aber schon 1741 in der Magelhaenstraße Schiffbruch und geriet bis 1745 in spanische Kriegsgefangenschaft; 1746 war er Kapitän. Im Siebenjährigen Kriege schleifte er 1760 als Befehlshaber eines kleinen Geschwaders die Befestigungen von Louisbourg und brachte Freibeuter im Lorenzgolf auf, 1761 nahm er teil an der Expedition gegen Belle-Ile. Von 1764 bis 1766 leitete er die Erdumsegelung zweier Schiffe besonders zum Zweck der Erforschung der Südsee, die aber wenig Ergebnis hatte. Er wurde 1775 Kontreadmiral, 1780 Vizeadmiral der blauen Flagge. In der Schlacht bei Grenada erwarb er keinen Ruhm und ging wieder nach Nordamerika. Er war ein tüchtiger Seemann, aber kein Flottenchef, auch kein bedeutender Entdecker und wurde später nicht mehr verwendet. 1780 ward er Vizeadmiral der weißen Flagge und starb 1786. Über seine Weltumsegelung vgl. Clowes Band IV, Seite 117.
[144] Chevalier II und Lacour II bringen eine genaue, sehr unparteiische Beurteilung dieser erfolglosen Operation.
[145] Sir Charles Hardy, geboren um 1716, in die Marine eingetreten 1731, wurde 1737 Leutnant, 1741 Kapitän, 1755 Gouverneur von New York, 1756 Kontre-, 1762 Vizeadmiral, 1770 Admiral. Er nahm teil an den drei Kriegen seiner Zeit. Im Siebenjährigen diente er mit Auszeichnung 1757/58 an der nordamerikanischen Küste (unter Boscawen vor Louisbourg), 1761/62 an der französischen (unter Hawke bei Quiberon); er starb 1780.
[146] Vgl. auch die Tabellen Seite 224 mit dem Hinweis auf ihre nur bedingte Zuverlässigkeit, besonders was die spanische Marine anbetrifft.
[147] Sir George Bridges Rodney, 1782 Baron R., geboren 16. Februar 1718, Kapitän 1742, Kontreadmiral 1759, Vizeadmiral 1762, Admiral 1778, gestorben 24. Mai 1792, diente als Kommandant eines Linienschiffes im österreichischen Erbfolgekriege (bei Finisterre 1747 unter Hawke) und im Siebenjährigen Kriege (bei Louisbourg 1759 unter Boscawen), führte 1759/60 ein Geschwader zur Blockierung der französischen Kanalhäfen, beschoß Havre, erhielt 1761 den Befehl auf der Antillenstation, nahm 1762 Martinique. Leichtsinnig in seinem Lebenswandel, hielt er sich bei Ausbruch des Krieges 1778 wegen seiner Schulden in England in Paris auf. Der französische Marschall de Biron hörte, daß Rodney sich rühme, er würde mit der französischen Flotte schon fertig werden, wenn er nur nach England könne, und bezahlte in einer Anwandlung von Ritterlichkeit sowie nationalem Kitzel dessen Schulden. Nun nach England zurückgekehrt, erhielt Rodney das obenerwähnte Kommando, und damit begann der glorreiche Teil der Laufbahn dieses tüchtigen und mutigen Mannes, der damals schon 62 Jahre zählte und schwer unter der Gicht litt. Seine Schlachten, besonders in Westindien ausgefochten, sein Geschick als Stratege und Taktiker und — sein Glück, werden wir bald kennen lernen. Biographische Angaben: Mundy, The life and correspondence of the late Admiral R. (London 1830.)
[148] Hierüber vgl. das in Band I, Seite [356] Ausgeführte.
[149] Luc Urbain de Bouexic, Comte de Guichen, geboren 21. Juni 1712, Garde marine 1730, Lieutenant 1746, Capitaine 1756, Chef d'Escadre 1776, Lieut.-Général 1779, gestorben 13. Januar 1790, war viel zur See gefahren und hatte sich in den beiden letzten Kriegen sehr hervorgetan. 1778 führte er bei Ouessant eine Division der Mitte, 1779 die Vorhut der großen Flotte d'Orvilliers'. Er galt für sehr tüchtig in der Führung eines Geschwaders, aber auch für einen Typ der vorsichtigen taktischen Schule, außerdem war er jetzt 68 Jahre alt. Nach seinen drei Schlachten mit Rodney, der ihn als Gegner hoch einschätzte, stand er 1781/82 in der französisch-spanischen Flotte unter Cordoba. Am 12. Dezember 1781 wurde er im Atlantik bei Begleitung eines Konvois von Admiral Kempenfelt mit schwächeren Kräften geschlagen.
[150] Wir folgen hauptsächlich der Schilderung in Clowes III, Seite 453, geschrieben von Captain Mahan, als der neuesten und eingehendsten. Unsere anderen Quellen, auch Mahan in „Seemacht“ I, weichen von dieser darin ab, daß nach ihnen die Schlacht über Steuerbordbug geschlagen wurde. Dies hat jedoch auf ihren Verlauf und für die Beurteilung der von Rodney angestrebten Taktik keinen Einfluß.
[151] Rodney schrieb an seine Frau, daß Offiziere und Leute 14 Tage hindurch kaum zum Schlafen gekommen seien; nur das herrliche Passatwetter habe das Ertragen der Anstrengungen ermöglicht. Guichen, der außerdem am 17. April einen Sohn verloren hatte, bat um seine Ablösung, da sein Gesundheitszustand es nicht erlaube, weiterhin derartige Strapazen und andauernde Verantwortung zu übernehmen.
[152] Näheres über die französische Stellung und ihre Schwächen vgl. Mahan I, Seite 381/82. — Graves war 1801 zweiter im Kommando unter Nelson bei dem ähnlichen, aber noch schwierigeren Unternehmen gegen Kopenhagen.