Der blutige und kostspielige Krieg — er hatte Schweden 50000 Mann, 15 Linienschiffe, sowie 23 Millionen Taler gekostet — brachte keinem der beiden Völker einen Vorteil, nur König Gustav hatte durch ihn eine bessere Stellung in seinem Lande gewonnen. Das Selbstbewußtsein der Schweden war erstarkt, weil sie sich dem mächtigen Gegner gewachsen gezeigt hatten; dies war doch aber nur infolge von dessen Ablenkung durch die Türken möglich gewesen. Rußland hatte dagegen bewiesen, daß es auch als Seemacht auftreten konnte, und Katharina zog aus ihrem Freiwerden im Norden Nutzen für ihre Pläne im Westen und Süden.

Dieser Nebenkrieg erscheint besonders dadurch bemerkenswert, daß in ihm die Unternehmungen am Lande infolge der geographischen Verhältnisse fast völlig abhängig von dem Küsten- und damit auch von dem Seekriege waren; die Beherrschung der See gab den Ausschlag.

Fußnoten:

[195] Anschließend an Band I, Seite [592/3]. Näheres findet man in den Spezialwerken der verschiedenen Völker, z. B.: Clowes, Band III; Lacour I, Bonfils, Band II; de Jonge, Band IV. De Jonge beschreibt alle die holländische Marine betreffenden Ereignisse sehr eingehend; aus diesen Schilderungen ergibt sich klar, wie sich die Kämpfe im allgemeinen abspielten.

[196] Das energische Auftreten Keppels wird durch die Anekdote gekennzeichnet, die in den Personalien dieses Admirals bereits erwähnt ist (Seite 249).

[197] Kirchhoff, Band I, schildert die Kriege in der Ostsee bis in Einzelheiten genau; die Darstellung folgt ihm in der Hauptsache. In seinem Werke findet man auch die eingehende innere Geschichte der Marinen Rußlands, Schwedens und Dänemarks, ähnlich wie sie hier für die der Westmächte fortlaufend gegeben wird.

[198] Angaben über die nordischen Marinen in der früheren Zeit siehe Band 1, Seite [582] ff.

[199] Vgl. Band I, Seite [583].

[200] Der Kriegshafen ward 1788 nach Nikolajew am Bug verlegt.