Den ersten Angriff auf Österreich hätte man wohl von Karl Albert von Bayern, dem Haupterbprätendenten, erwarten müssen, doch fand dieser nicht sofort die erwünschte Unterstützung durch Frankreich. Der Kardinal Fleury hätte zwar gern in Deutschland drei bis vier größere Staaten gesehen, unter sich uneinig und keine der französischen Macht gewachsen, dennoch zögerte er lange, einzugreifen. Nach den Erfolgen Preußens kam jedoch der Vertrag von Nymphenburg (Mai 1741) zwischen Frankreich, Spanien und Bayern zustande, in dem Frankreich versprach, für Bayern ein Heer zu stellen, Hilfsgelder zu zahlen und die Wahl des Kurfürsten zum Kaiser zu unterstützen; diesem Vertrage schlossen sich im August Preußen und Sachsen an. Friedrich II. sicherte sich dadurch französische Hilfe gegen Hannover. Georg II. von England hatte hier Truppen zusammengezogen, sah aber jetzt von einem Eingreifen ab und versuchte zwischen Österreich und Preußen zu vermitteln. Friedrich II. war den Sommer 1741 in Schlesien stehen geblieben, mit Vermehrung und Verbesserung seiner Reiterei beschäftigt, und hielt so die vorläufig einzige österreichische Feldarmee in Schach. Erst als Neipperg aufs neue vorrückte, brach auch er wieder auf (September); es kam aber nicht zum Schlagen, sondern man schloß eine geheime Konvention (Klein-Schellendorf, 9. Oktober) ab, nach der Preußen die eroberte Provinz bis zur Neiße behielt. Maria Theresia gab nach, um Neippergs Heer gegen ihre anderen Gegner frei zu bekommen.
Bayern und Franzosen waren nämlich im Sommer 1741 in Österreich bis nahe vor Wien eingedrungen. Dann zog der größere Teil ihres Heeres nach Böhmen und auch die Sachsen rückten dort ein; gemeinsam wurde Prag erobert und Karl Albert hier zum König gekrönt (Dezember 1741). Bald darauf wurde Karl Albert zum Deutschen Kaiser erwählt und in Frankfurt gekrönt (12. Februar 1742). Maria Theresia hatte aber Zeit zum Rüsten gewonnen und vor allem Ungarn durch Zusicherung größerer Selbstständigkeit zu außerordentlichen Leistungen bewogen. Der ungarische Heerbann, durch reguläre Truppen unterstützt, eroberte unter Khevenhüller Oberösterreich zurück und drang in Bayern ein (12. Februar 1742 in München). Ein zweites Heer unter Karl von Lothringen hatte weniger Erfolg. Zur Deckung Prags war es zu spät gekommen und Friedrich II. hatte wieder die Waffen ergriffen, weil Österreich die Konvention nicht geheim gehalten hatte.
Der König drang im Frühjahr 1742 durch Mähren bis nahe vor Wien vor. Zwar mußte er, von den Sachsen schlecht unterstützt, wieder nach Böhmen zurückgehen, als Karl von Lothringen, durch Truppen Khevenhüllers verstärkt, heranrückte, aber dann schlug er seinen Gegner, der sich zwischen ihn und Prag schieben wollte, bei Czaslau und Chotusitz (17. Mai 1742). Diesen Erfolg benützte Friedrich II. unter nachdrücklicher Vermittlung Englands sofort, um sich durch raschen Friedensschluß (Breslau, 11. Juni 1742) Schlesien zu sichern. Von Preußen nicht mehr bedroht, erzwangen die Österreicher den Abzug ihrer Gegner aus Böhmen, die Prag im Dezember 1742 räumten. Sie eroberten dann auch Bayern zurück (Frühjahr 1743), wo die Verbündeten wieder vorgedrungen waren; die Franzosen zogen ab, die bayerischen Truppen wurden in neutrale Quartiere verwiesen.
Um diese Zeit gingen nach Walpoles Rücktritt auch England und Holland tatkräftig für Österreich vor. Georg II. zog (April 1743) in Belgien englische, holländische, österreichische und hessische Truppen zusammen, die sogenannte „Pragmatische Armee“, führte sie rheinaufwärts, trieb durch den Sieg bei Dettingen (27. Juni 1743) ein neu eingedrungenes französisches Heer (Herzog von Noailles) über den Rhein zurück und nahm Worms ein; später ging die pragmatische Armee nach den Niederlanden. Der „Wanderkaiser“ Karl VII. saß verlassen in Frankfurt.
In Italien behauptete die österreichische Sache das Gleichgewicht. Im Anfang des Jahres 1742 waren die Spanier in Genua und Toskana gelandet, unbehindert durch englische Seestreitkräfte, da eine französische Flotte die spanische begleitete. Zu ihrer Unterstützung kamen Truppen des Königreichs Beider Sizilien heran, aber England erzwang deren Rückberufung durch eine Flottendemonstration vor Neapel (August 1742). Schon im Februar 1742 hatte sich Sardinien für Österreich erklärt; König Karl Emanuel, der anfangs zu Frankreich-Spanien neigte, ließ sich von England durch Hilfsgelder und das Versprechen, im Mittelmeer eine starke Flotte zu halten, sowie von Österreich durch Zusicherung von Gebietsteilen im Mailändischen gewinnen. Nun besetzten zwar überlegene französisch-spanische Streitkräfte im Winter 1742/43 Savoyen, vermochten aber weder in Norditalien, noch in Toskana weiter vorzudringen.
Die englische Flotte hinderte ferner Landungen der Spanier in Genua und blockierte die spanische Flotte vom Mai 1742 bis zum Mai 1744 in Toulon. Kardinal Fleury konnte hieraus, sowie aus dem Verhalten Sardiniens und Neapels den Lohn für seine Vernachlässigung der Marine entnehmen.
Neue Bündnisse. Die Erfolge des Jahres 1743 führten Österreich, England und Sardinien zu engerem Zusammenschluß. Im Traktat zu Worms (13. September 1743 im Hauptquartier Georgs II.) erkannte Sardinien die pragmatische Sanktion an und erhielt dafür einen Teil der Lombardei; England verpflichtete sich zur Stellung einer starken Flotte und zur Zahlung von 200000 Pfund Sterling; gegenseitig garantierten sich die Staaten ihren Besitz von 1739, also „vor dem Frieden von Breslau“. Ferner schlossen Österreich und Sachsen (Dezember 1743), sowie Sachsen und Rußland (Februar 1744) ein Defensivbündnis. Auch die Gegner blieben nicht untätig. Frankreich erneuerte nach Fleurys Tode seinen Vertrag mit Spanien: Mailand und Parma sollten als eine weitere Sekundogenitur, wie es Neapel schon war, an Spanien fallen; Gibraltar und Port Mahon wollte man zurückerobern und sonstigen englischen Übergriffen (in Westindien und Florida) steuern. Frankreich begünstigte außerdem die Vorbereitungen des letzten Stuart Karl Eduard für eine Erhebung in Schottland und erklärte jetzt den Krieg an England (März 1744, nach der Seeschlacht vor Toulon) und an Österreich (April). Auch Friedrich II. rüstete zu neuem Waffengange; durch den Wormser Traktat sah er sich im Besitze Schlesiens bedroht, der Vertrag Österreichs mit Sachsen richtete seine Spitze offenbar gegen ihn und eine Spannung mit Georg II. über den Besitz Ostfrieslands trat hinzu. Sein Versuch, die deutschen Fürsten unter preußisch-bayerischer Führung zu einigen, um die fremden Mächte von Deutschland auszuschließen, war fehlgeschlagen, nun schloß er (Paris 5. Juni 1744) ein neues Bündnis mit Frankreich „zum Schutze Kaiser Karls VII.“; ein ähnlicher Vertrag mit Bayern und Kurpfalz war vorhergegangen (Frankfurter Union, 22. Mai).
Der Krieg von 1744–1746 (einschließlich des Zweiten Schlesischen Krieges). Frankreich führte im Jahre 1744 den Krieg nur lau. In Belgien wurden unter Ludwigs XV. persönlicher Führung einige Städte genommen; ein zweites Heer am Oberrhein wagte jedoch nicht, diesen Fluß zu überschreiten, sondern zog die Bayern zu sich herüber. Dagegen gingen die Österreicher (Karl von Lothringen) über den Rhein und drangen im Elsaß vor. Ludwig kam zwar mit der Hälfte des flandernschen Heeres heran, aber seine Erkrankung lähmte die Unternehmungen. Jetzt eröffnete Friedrich II. den Feldzug. Er rückte durch Sachsen und aus Schlesien in Böhmen ein. Die Österreicher wurden dadurch gezwungen, über den Rhein zurückzugehen und auch Bayern zu räumen, aber nur langsam folgten die Franzosen und die Bayern nach. Unbehindert konnte Karl von Lothringen sein Heer nach Böhmen führen und Friedrich wurde unter großen Verlusten nach Schlesien zurückgedrängt (Dezember 1744). In Süddeutschland kam es im Winter 1744/45 noch zu einigen Kämpfen. Als aber Kaiser Karl gestorben war (Januar 1745), stimmte sein Sohn der pragmatischen Sanktion sowie der Kaiserwahl Franz Stephans zu und schloß Frieden mit Österreich (April); auch die Franzosen räumten Deutschland (Juli) und verlegten den Hauptkriegsschauplatz nach Belgien.
Vielleicht wäre es für Frankreich richtiger gewesen, Österreich in seinem entfernt liegenden und schwer zu verteidigenden Besitze, Belgien, hauptsächlich anzugreifen. Mit dem Vordringen über den Rhein und durch Deutschland hin reichte man aber Preußen die Hand, dessen militärische Macht sich zum ersten Male zeigte. In Belgien dagegen hätte der französische Angriff auch die Seemächte empfindlich getroffen, die stets auf das Eindringen der Franzosen eifersüchtig waren. So ist es wohl unterlassen, um den förmlichen Krieg mit diesen noch zu vermeiden. Als es aber später geschah, hat es sicher dazu beigetragen, die Tätigkeit der englischen Marine, in den fernen Gewässern besonders, zu lähmen; man wandte in England nun dem Landkriege mehr Aufmerksamkeit zu, als richtig war.
Friedrich II. stand 1745 allein da; Österreich und Sachsen schlossen im März einen neuen Vertrag zu einem Einfall in Schlesien. Jetzt bewies der König seine Größe und vereitelte durch die Siege über Erzherzog Karl bei Hohenfriedberg (4. Juni 1745) und Soor (30. September) den Einfall. Als dann die Gegner wieder in Schlesien einbrechen und gleichzeitig mit der sächsischen Hauptmacht, verstärkt durch die am Rhein freigewordenen österreichischen Truppen, von Dresden her die Mark angreifen wollten, schlug er Karl von Lothringen aufs neue bei Katholisch-Hennersdorf, 23./24. November, und marschierte auf Dresden; Lothringen folgte. Leopold von Dessau, der das andere feindliche Heer zu beobachten hatte, griff dieses inzwischen auf ausdrücklichen Befehl des Königs trotz seiner schwächeren Kräfte an und schlug es vernichtend bei Kesselsdorf (15. Dezember), als der König bei Meißen und Karl bei Dresden angekommen waren. Dieser ging dann mit den Trümmern des geschlagenen Heeres nach Böhmen zurück; Friedrich zog in Dresden ein. Er zwang hierdurch Sachsen zum Nachgeben und auch Österreich war nicht geneigt, den Krieg allein fortzuführen. Am 25. Dezember 1745 wurde der Friede von Dresden geschlossen; der König behielt Schlesien und erkannte dafür Franz Stephan an, der schon am 13. September als Franz I. zum Kaiser gewählt und am 4. Oktober gekrönt war. Der Krieg in Deutschland war zu Ende.