Der Frieden zu Aachen 1748 beschloß den für alle Beteiligten ergebnis- und aussichtslosen Krieg.

Frankreich hatte zwar Ruhm und Eroberungen in den Niederlanden geerntet, aber mit jedem Jahre wuchs die Geldverlegenheit der Regierung und die Not des Volkes, die überwiegend die erwerbenden Klassen traf; das Land war erschöpft. Frankreich trug die Last des Krieges auch für seine Verbündeten, die häufige Anwesenheit des Königs bei den Heeren vermehrte die Kosten noch, während von den gewaltigen Brandschatzungen in Feindesland nichts in die öffentlichen Kassen floß. Der französische Seehandel litt schwer und sah sich nach den Unfällen der Marine im letzten Jahre ebenso wie die Kolonien immer mehr der englischen Seemacht preisgegeben. Selbst die Behauptung der Eroberungen in den Niederlanden schien unsicher, da die Seemächte noch während der Friedensverhandlungen im Verein mit Österreich und Sardinien beträchtliche Streitkräfte in den Niederlanden und in Italien aufstellten, um unter allen Umständen die Erhaltung Hollands durchzusetzen. Sogar Rußland ließ, von England und Österreich gewonnen, ein Heer in englischem Solde nach dem Rhein marschieren.

Aber auch die Seemächte waren zum Frieden geneigt. Holland sah sich durch einen französischen Einfall bedroht, England mußte zugunsten seiner Handelsübermacht unbedingt Holland halten und durfte aus demselben Grunde auch die österreichischen Niederlande nicht in französischen Händen lassen, mußte also Frieden schließen, so lange dies dadurch noch zu verhindern war. Die Seemächte trugen, wie früher, die Gesamtkosten; in erster Linie England, dessen Staatsschuld trotz großer Erhöhung der Steuern schon von 50 Millionen Pfund Sterling im Jahre 1739 auf 78 Millionen angewachsen war. Österreich und die kleineren Staaten vermochten nicht ohne das Geld der Seemächte weiter zu kämpfen, und so einigten sich zunächst England und Holland im geheimen mit Frankreich über die Grundlagen des Friedens (30. April 1748); die Bundesgenossen wollte man, wenn erforderlich, zur Beistimmung zwingen.

Nach den Friedensbedingungen beurteilt, ist wohl nie ein Krieg mit so vielen Kämpfen und so bedeutenden Verlusten an Geld und Blut so ergebnislos verlaufen wie dieser. Im wesentlichen wurde der Besitzstand vor dem Kriege wiederhergestellt und die Eroberungen zurückgegeben. Für Österreich wurde die pragmatische Sanktion, für das Haus Hannover die britische Thronfolge und für Preußen der Besitz von Schlesien gewährleistet. Österreich mußte Parma und Piacenza als eine zweite Sekundogenitur an Spanien, mailändisches Gebiet an Sardinien abtreten; seine Niederlande, in denen wie früher die Barrierefestungen von Holland mitbesetzt werden sollten, erhielt es zurück. Frankreich und England tauschten Madras und Louisbourg wieder aus und die Abmachungen über die neutralen Inseln in Westindien (vgl. Seite [9]) wurden erneuert. Frankreich verpflichtete sich aufs neue, Dünkirchen nach der Seeseite nicht zu befestigen und Glieder der Familie Stuart weder zu unterstützen, noch auch in seinem Lande zu dulden.

Dagegen blieb die Grenzfrage zwischen den englischen und französischen Kolonien in Nordamerika, besonders in Neubraunschweig, sowie über das Besiedlungsrecht im Ohiotal ungeregelt. Ebenso wurden die Hauptstreitpunkte zwischen England und Spanien nicht aus der Welt geschafft: das Recht zur Untersuchung englischer Schiffe durch die Spanier wurde nicht aufgehoben; die geforderte Entschädigung englischer Rheder sowie die Abgrenzung zwischen Florida und Georgia sollten auf diplomatischem Wege geregelt werden und man wußte doch, wie wenig dabei herauskommen würde. Nur der Assientovertrag wurde auf vier Jahre erneuert.

Als wichtige politische Folge des Krieges, hervorgerufen durch das fortgesetzte Mißgeschick im Felde, erscheint die Wahl des Prinzen Wilhelm von Nassau, Statthalters von Friesland und Geldern, zum Statthalter aller sieben Provinzen, zum Generalkapitän und Admiralgeneral seitens der alten Volkspartei, womit die sogenannte zweite statthalterlose Zeit ihr Ende fand.

Der Frieden wurde von Frankreich und den Seemächten am 18. Oktober 1748 unterzeichnet; Österreich trat am 23. Oktober bei und Preußen, Spanien, Sardinien schlossen sich an. Da Maria Theresia nur gezwungen auf Schlesien verzichtete und da die wichtigsten Fragen zwischen England und Frankreich-Spanien unberührt gelassen waren, trug der Friede den Keim zu neuem Kriege in sich.

Die Streitmittel[40].

Frankreich. Die Quellenangaben über den Schiffsbestand um 1740 schwanken. Man kann ihn zu 45–50 Linienschiffen (von 50 Kanonen und darüber) und zu 15–20 großen Fregatten (hierunter wohl auch Schiffe mit 40–50 Kanonen verstanden), sowie etwa 50 kleineren Schiffen und Fahrzeugen annehmen. Hinzu traten im Mittelmeer 60 Galeeren, auf die man aber kaum noch Wert legte. Unter den Linienschiffen scheinen sich keine mit über 80 Kanonen (Dreidecker) befunden zu haben; jedenfalls sind solche im Kriege nicht zur Verwendung gekommen. Die Schiffe waren großenteils in schlechtem Zustande, die Werften nicht leistungsfähig, die Arsenale und Magazine leer.