Am 17. Mai 1756, wenige Tage vor der Schlacht bei Minorka, als die Nachricht von der Landung der Franzosen auf dieser Insel eingetroffen war, erklärte England den Krieg.
Das Jahr 1756 brachte jedoch in der Biskaya und im Kanal keine Ereignisse von Bedeutung. England hielt aus Besorgnis vor einer Invasion seine Hauptmacht, die nach und nach auf über 50 Linienschiffe sowie gegen 40 Fregatten gebracht wurde, in den Kanalhäfen zusammen. Von hier aus beobachtete Ende Februar Admiral Sir Edward Hawke mit einem ziemlich starken Geschwader Brest; vorher war es zwei französischen Divisionen geglückt, nach Westindien auszulaufen. Diese Beobachtung, später unter den Admiralen Boscawen und dann Knowles, wurde bis zum November aufrechterhalten, doch man verringerte die dazu bestimmten Kräfte allmählich, da im Sommer ein Leutnant durch eine kühne nächtliche Bootsfahrt in den Hafen von Brest festgestellt hatte, daß dort nur wenige Schiffe lägen. Bald darauf entschlüpften wieder zwei französische Divisionen, die eine nach Westindien, die andere nach Westafrika. Die starke Streitmacht Englands hatte also nicht einmal den Gegner von seinen Kolonien abgeschnitten. Frankreich vermochte indessen, außer den Entsendungen nach den Kolonien, nichts zu unternehmen.
Der Plan zu einer Invasion in England blieb in Frankreich während der Jahre 1756–1759 rege, in jedem Jahre wurden Rüstungen dazu angeordnet. Entweder konnte man aber die Mittel nicht aufbringen oder man betrieb die Sache nicht ernstlich; die Schiffe, die in Dienst gestellt wurden, gingen dann größtenteils nach den Kolonien. Im Jahre 1756 trug man sich auch mit der Absicht, die normannischen Inseln, die so wichtigen Vorposten Englands im Kanal, zu erobern, jedoch dies kam gleichfalls nicht zur Ausführung. All diese Gedanken wurden jedoch 1759 aufgegeben, als man sich stark genug glaubte, aber schon bei den ersten Schritten zu ihrer Ausführung die schweren Niederlagen von Lagos und Quiberon erlitt.
Im Mittelmeer verlief der Krieg 1756 schleppend. Admiral Byng traf nach der Schlacht bei Minorka am 19. Juni in Gibraltar ein, fand hier eine von England gesandte Verstärkung von 5 Linienschiffen und bereitete die Rückkehr ins Mittelmeer vor. Am 3. Juli langte jedoch Hawke mit dem Kontreadmiral Saunders an und brachte die Rückberufung Byngs sowie Temple-Wests mit. Er übernahm das Kommando und führte die jetzt 21 Linienschiffe starke Flotte nach Minorka, doch war es zu spät, um Port Mahon zu retten oder auch nur den Rücktransport des französischen Heeres anzugreifen. Hawke beschränkte sich darauf, den Hafen zu blockieren und den Handel im Mittelmeer zu schützen.
Die französische Toulonflotte zeigte sich nicht mehr, obgleich sie nach Rückkehr von Minorka instandgesetzt wurde und im August 16 Linienschiffe sowie 6 Fregatten zählte. So ganz unbedingt müssen jedoch die Engländer die See nicht beherrscht haben, denn es gelang den Franzosen wiederholt, Port Mahon zu verproviantieren sowie im November 3600 Mann von Antibes nach Korsika zur Unterstützung Genuas gegen die Aufständischen überzusetzen; genannte Republik übergab dann alle befestigten Hafenplätze dieser Insel den Franzosen. Im Dezember kehrte Hawke mit einem Teil der Flotte nach England zurück und überließ dem Kontreadmiral Charles Saunders den Befehl auf der Mittelmeerstation.
Auch im Jahre 1757 bieten die Operationen im Mittelmeer wenig Bemerkenswertes. Im März gingen 4 Linienschiffe unter Kapitän Durevest von Toulon nach Nordamerika. Saunders hatte Nachricht davon erhalten und lauerte ihnen in der Straße von Gibraltar mit 5 Linienschiffen auf. Am 5. April um 5 Uhr nachmittags sichteten sich die Gegner; es kam bei Einbruch der Dunkelheit zu einem zweistündigen Gefechte auf weitere Entfernung, aber in der Nacht entschlüpften die Franzosen und erreichten unbelästigt ihr Ziel (15. Juni in Louisbourg). Im Mai wurde die englische Station unter dem Kommando des Vizeadmirals Henry Osborne wieder verstärkt. Dieser nahm das Kreuzen wie im Vorjahre auf; er erschien im Juni mit 14 Linienschiffen vor Toulon und landete auch einmal bei Bormes, einem Küstenplatz östlich der Hyèren, zur gewaltsamen Eintreibung von Schlachtvieh sowie frischem Proviant.
In Toulon lagen nur 6 Linienschiffe unter dem Chef d'Escadre de La Clue; man beabsichtigte, weitere 8 in Dienst zu stellen, aber es fehlte an Material wie Mannschaften. Auch de La Clues Division, die über St. Domingo nach Louisbourg segeln sollte, war erst im Oktober seeklar und ging am 8. November in See. Der Admiral wagte jedoch wegen Osbornes Anwesenheit dort nicht, die Straße von Gibraltar zu passieren, sondern suchte Cartagena auf, um hier Verstärkungen zu erwarten; diese trafen aber erst im nächsten Jahre ein.
Im Atlantik wurde es 1757 etwas lebhafter. Obgleich die Engländer das Kreuzen vor den französischen Häfen im Frühjahr wieder mit verstärkten Kräften aufnahmen, gelang es doch drei Geschwadern, auszulaufen: Der Chef d'Escadre de Bauffremont verließ am 30. Januar Brest mit 5 Linienschiffen und einer Fregatte und traf am 23. Mai in Louisbourg ein; Chef d'Escadre Comte d'Aché segelte am 4. Mai mit einem Linienschiff sowie 7 großen Schiffen der Ostindischen Kompagnie nach Ostindien, er war am 11. Dezember in Isle de France; Lieutenant-Général Dubois de La Motte führte am 3. Mai 9 Linienschiffe nebst 4 Fregatten nach Louisbourg und erreichte es am 19. Juni. Im weiteren Verlauf des Jahres entwickelte aber England mehr Tatkraft, was sicher mit dem Eintritt Pitts in die Regierung zusammenhängt. Es wurden Angriffe auf die feindliche Küste ins Auge gefaßt, als Gegenstoß gegen französische Invasionspläne, mit denen man in England immer noch rechnete. Ein Angriff auf Rochefort schlug jedoch gänzlich fehl, was bei den bedeutenden Kosten, die er verursacht hatte, großen Unwillen im englischen Volke erregte.
Angriff der Engländer auf Rochefort 1757. Man wählte diese Stadt, da man hoffte, hier leicht die Docks, Magazine, Arsenale und Schiffe zerstören zu können. Im Jahre 1754 hatte ein Kapitän Clark, der von Gibraltar nach England reiste, die Stadt besucht und mit Erlaubnis der Behörden sämtliche Anlagen besichtigt. Er fand die Befestigungen fehlerhaft angelegt und seit sechzig bis achtzig Jahren vernachlässigt, entwarf danach einen Angriffsplan und legte diesen jetzt, im Juli 1757, William Pitt vor. Da nun ein verräterischer französischer Lotse, Thierry, die Angaben Clarks bestätigte und weitere über L'Ile d'Aix, die kleine befestigte Insel vor der Charente, von der die Reede von Rochefort (gewöhnlich Reede von L'Ile d'Aix benannt), sowie die Flußmündung beherrscht werden — sowie über Fouras, ein Fort an der Flußmündung, hinzufügte, glaubte man, hier leichtes Spiel zu haben.