Die Schnauze hoch gehoben, kämpfte er sich prachtvoll durch die wirbelnde Flut. Und obwohl in furchtbarer Geschwindigkeit stromabwärts getragen, gelang es ihm doch, seine Diagonale immer weiter zu sichern. Jetzt endlich hatte er es gelernt, die Gewalt abzuschätzen, gegen die er zu kämpfen hatte, und die Richtung gefunden, in der die Landspitze zu erreichen war – da stürzte eine Welle den Menschen auf ihn! Der Mensch klammerte sich im langen Pelzhaar seiner Flanke fest. In seinem Entsetzen über diesen unerwarteten Angriff kämpfte der Bär noch machtvoller drauf los. Der Mensch blieb, wie das Schicksal es gewollt hatte, in seine Flanke eingekrallt.
Mit letzter Anstrengung erreichte der Bär an einer bequemen Zugangsstelle die Landzunge und schwang sich wie eine erschreckte Katze hinauf. Der unheimliche Griff in seiner Flanke ließ nach. Als er sich umdrehte, um zu sehen, was passiert war, stand der Mensch atemlos, aber lachend im Sand und rief: »Hab Dank, Geselle! Gut gemacht!«
Entsetzt von diesem Lachen, einem Geräusch, wie er es nie gehört hatte, sprang der Bär auf die andere Seite der Landzunge und spähte zum Ufer.
Der Mann war inzwischen wieder zu Atem gekommen. Jetzt machte er sich daran, im ruhigen Wasser an den Ausläufern der Sandbank zwei Baumstämme nebeneinander zu rollen. Aus treibenden Wurzeln und den Ruten von halb verdorrten Weidenbäumen drehte er Taue, mit denen er die beiden Stämme immer wieder und wieder umwand. So brachte er ein Floß zuwege, das stark genug war, ihn über alle Schnellen zu tragen. Er wußte, daß er nur noch eine halbe Meile vom See entfernt war; und er wußte auch, daß die schlimmsten tobenden Katarakte des Südfork hinter ihm lagen.
Er hatte weder Ruder noch Staken, um seinen Kurs zu halten, aber trotzdem stieß er das Floß vertrauensvoll in die Flut. Dabei winkte er seinem Gefährten Lebewohl.
»Bleib ruhig sitzen, Kamerad!« rief er. »Du bist gut, wo du bist, laß die Wälder sich abkühlen!«
Der Bär war durch die drohenden Flammen nicht mehr geängstigt, aber noch erschreckt von dem kraftvollen Griff in sein Fell. So nahm er den Rat des Menschen scheinbar als endgültig hin. Anfangs freilich folgte er dem Floß ein Stück weit in die brandenden Wasser hinein und wimmerte unentschlossen. Dann aber ließ er sich auf seinen Keulen nieder und beobachtete, wie es schwankend und taumelnd die Wellen niederschoß. Der Mann kauerte darauf, und der Bär sah ihm nach, bis er an einer Flußkrümmung verschwand.