Aber Jim war ein Holzfäller, ein Waldmensch, ein Flußmensch und an rasches Handeln gewöhnt. Indeß er sich glatt aufs Gesicht warf, griff er hinunter, packte Melissa unter die Arme und zog sie halb, halb schwang er sie glatt heraus in den mondbeleuchteten Schnee. Das war ein schwieriges Stück Arbeit, selbst für seine gewaltigen Arme.

»Lauf,« keuchte er, »lauf zum Schlitten! Ich hab' mein Gewehr mit!« Und dabei zog er ein paar schwere Pistolen aus dem Gürtel.

Mit beiden Händen klammerte Melissa sich an seine Arme.

»Wag' es nicht, ihn zu verletzen, Jim! Er hat mir das Leben gerettet! Ohne ihn wär' ich jetzt tot! Als ich hineinfiel, mit meinem ganzen Gewicht gerade auf ihn drauf, ist er aufgewacht. Und ich dachte, jetzt würde er mich fressen. Aber er hat nur ein bißchen geschnauft, hat seinen warmen Kopf auf mich gelegt und ist gleich wieder eingeschlafen. Ich glaube, er war froh, daß ich bei ihm war.«

Mit einem glücklichen Lachen und ganz entspanntem Gesicht steckte Jim Wright die Revolver wieder in seinen Gürtel.

»Weiß es ja, ein Bär gibt nicht jedermanns Narren ab«, bemerkte er in einem Ton, der wieder einen Schimmer von Rot in Melissas blasses Gesicht brachte.

»Und jetzt müssen wir ihn wieder warm zudecken,« rief Melissa, »und keinem Menschen darfst du erzählen, wie die Geschichte ausgegangen ist! Sonst kommen sie her und finden den armen Kerl und bringen ihn im Schlaf um.«

Rüstig schaufelte Jim den Schnee wieder auf seinen alten Platz zurück.

»Dieser Bär, Lissy, wenn den einer stört – den stör' ich! Solange ich lebe, will ich keinen Bären mehr umbringen, oder ihm sonst was zu leide tun. Zur Belohnung für das, was der alte Kerl getan hat!«