Vöglein Schwermut.

Ein schwarzes Vöglein fliegt über die Welt,
Das singt so todestraurig …
Wer es hört, der hört nichts anderes mehr,
Wer es hört, der tut sich ein Leides an,
Der mag keine Sonne mehr schauen.
Allmitternacht, Allmitternacht
Ruht es sich aus auf dem Finger des Tods.
Der streichelt's leis und spricht ihm zu:
„Flieg, mein Vögelein! Flieg, mein Vögelein!“
Und wieder fliegt's flötend über die Welt.

Welch ein Schweigen …

Welch ein Schweigen, welch ein Frieden
In dem stillen Alpentale.
Laute Welt ruht abgeschieden.
Silbern schwankt des Mondes Schale.

Von den Wiesen strömt ein Düften.
Aus den Wäldern lugt das Dunkel.
Brausend aus geheimen Klüften
Bricht der Bäche fahl Gefunkel.

Überm Saum der letzten Bäume
Weiße Wände stehn und steigen
In die blauen Sternenräume.
Welch ein Frieden, welch ein Schweigen!

Das sind die Reden …

Das sind die Reden, die mir lieb vor allen:
Die Wässerlein, vom hohen Felsen rinnend,
Mein ganzes Herz mit ihrer Lust gewinnend,
Ohn' End' zum tiefen Grund hinabzufallen.

Du Wiegenlied vor allen Wiegenliedern,
Zur Ewigkeit hinweg vom Eintag wiegend,
Das laute Selbst zu jener Ruh' besiegend,
Die keine leeren Klagen mehr erniedern!

Das Spinnennetz.