Soviel Lüftchen …
Soviel Lüftchen wehn und vergehn,
Soviel Klänge durchziehen mich leis.
Was mögen sie singen? Für wen?
Wer weiß!
Kaum daß du flüstern hörst
Und achtest, was es sei;
Wie wenn du Geister störst –
Vorbei.
Nur manchmal im Leben ein Ton,
Ein Wort, ein Gedankenstrahl –
Du fragst: Wo vernahm ich's doch schon
Einmal?
Eine plötzliche Stille …
Eine plötzliche Stille kommt oft,
Als ob das Weltgewühl
Die Sekunde jetzt stockte
Und zwischen geraden Wänden
Eine einzige schmale Bahn
Freilegte von mir zu dir:
Dann denkst du an mich.
Und wie durch die Furt voreinst
Des gespaltenen Meers,
Zieht gelassen ein Traum
Auf inniger Gasse
Jenem Ufer zu.
Jenseits.
Die Glocken läuten dann wie jeden Tag …
An meinem Fenster wird einer träumend stehn,
und der gewölbte Berg, der drüben lag,
wird – abendgrau – wie ein Grab aussehn
und der Baum darauf, wie ein Baum auf einem Grab.
Indessen werden die Stern' über meinem Grab aufgehn …
Der Fremde tritt vom Fenster ins Zimmer hinein;
von seiner Welt nicht mehr aufzusehn,
nimmt er den Arbeitssessel wieder ein –
Ich liege draußen allein, wie ich im Leben war.
Und selbst die Toten neben mir werden mich nicht verstehn …
Dann werde ich aufstehn und zu Gott gehn,
daß er mich behalte nun,
oder mir sonst etwas aufgebe zu tun,
oder die Flamme austrete –
Dann werde ich ruhn.