Margarete Susman.
Im Feld ein Mädchen singt …
Im Feld ein Mädchen singt –
Vielleicht ist ihr Liebster gestorben,
Vielleicht ist ihr Glück verdorben,
Daß ihr Lied so traurig klingt.
Das Abendrot verglüht –
Die Weiden stehn und schweigen –
Und immer noch so eigen
Tönt fern das traurige Lied.
Der letzte Ton verklingt. –
Ich möchte zu ihr gehen.
Wir müßten uns wohl verstehen,
Da sie so traurig singt.
Ich liebe unter allen …
Ich liebe unter allen die am meisten,
Die unsichtbare Kronen tragen.
Wohl lieb' ich auch die heitern jungen Häupter,
Auf deren Locken Rosenkränze liegen,
Das Haupt, das sinnende Gedanken beugten,
Der Demut frommgesenkte Kinderstirn;
Doch lieb' ich unter allen die am meisten,
Die frei und königlich im Leben stehn
Und unsichtbare Kronen tragen.
So in die still verschneite Nacht …
So in die still verschneite Nacht
Blick' ich hinaus;
Die alte Sehnsucht ist erwacht
Und singt und flüstert, weint und lacht
Und lacht mich aus.