Der dunkle Garten, draus ein kalter Atem weht,
Sehr kühl vom kaltgewordnen Schweiß der Erde.
Und immer kommt und geht darin der Mond
Und wird nicht müde, nie, und kommt und geht.
Doch auszudenken, daß wir müde einst
Für immer gehn, unwissend mit uns selbst.

Drinnen im Strauß.

Der Abendhimmel leuchtet wie ein Blumenstrauß,
Wie rosige Wicken und rosa Klee sehen die Wolken aus.
Den Strauß umschließen die grünen Bäume und Wiesen,
Und leicht schwebt über der goldenen Helle
Des Mondes Sichel wie eine silberne Libelle.
Die Menschen aber gehen versunken tief drinnen im Strauß,
Wie die Käfer trunken, und finden nicht mehr heraus.

Möchte rollend das Blut aller Verliebten sein.

Ich möchte mir Freuden wie aus roten Steinbrüchen brechen,
Möchte Brücken schlagen tief in die Wolken hinein;
Möchte mit Bergen sprechen wie Glocken in hohen Türmen,
Wie Laubbäume ragen und mit den Frühlingen stürmen
Und wie ein dunkler Strom der Ufer Schattenwelt tragen.
Fiel gern als Abenddunkel in alle Gassen hinein,
Drinnen Burschen die Mädchen suchen und fassen.
Möchte rollend das Blut aller Verliebten sein
Und von Liebe und Sehnsucht niemals vergessen.

Wie eine dumpfe Stube steht die Sommernacht.

Die Dunkelheit hat alle Wege mit Toren zugemacht:
Wie eine dumpfe Stube steht die Sommernacht.
Die Sterne kommen still den Berg ganz nah herauf,
Manchmal da atmet tief ein Sternlicht auf.
Ein großer Baum streckt seine Krone himmelan,
Als ob die Nacht ihn weit fortrücken kann.

Doch alle Dinge sind nur wie die Schatten
Vom Tag und von Gedanken und von Taten.
Und alle Dinge sind stumm und verblichen,
Als wären sie verstohlen ausgewichen.
Sie alle haben nur verschwinden müssen,
Damit die scheuen Lippen sich finden und küssen.

Der Mond ist wie eine feurige Ros'.

Der Mond geht groß aus dem Abend hervor,
Steht über dem Schloß und dem Gartentor
Und läßt sanft glühend die Erde los.
Der Mond ist wie eine feurige Ros',
Die meine Liebste im Garten verlor.