Um meine Lippen lag dein naß wild Haar,
Um deine Schulter lag mein Arm gezogen,
Und unsern Kuß versüßte wunderbar
Der Schaum der salzigen Sturzwogen –
Da schrie ich laut vor Freude auf.
Noch einmal so! Was tust du jetzt so kalt,
Hast du denn Furcht vorm offnen Meere!
Es peitscht dich warm! Komm bald, komm bald!
Im Hafennebel tanzt die Fähre –
Hinaus! hinauf!
Nachtgebet der Braut.
O mein Geliebter – in die Kissen
Bet' ich nach dir, ins Firmament!
O könnt' ich sagen, dürft' er wissen,
Wie meine Einsamkeit mich brennt!
O Welt, wann darf ich ihn umschlingen!
O laß ihn mir im Traume nahn,
Mich wie die Erde um ihn schwingen
Und seinen Sonnenkuß empfahn
Und seine Flammenkräfte trinken,
Ihm Flammen, Flammen wiedersprühn,
O Welt, bis wir zusammensinken
In überirdischem Erglühn!
O Welt des Lichtes, Welt der Wonne!
O Nacht der Sehnsucht, Welt der Qual!
O Traum der Erde: Sonne, Sonne!
O mein Geliebter – mein Gemahl –
Ideale Landschaft.
Du hattest einen Glanz auf deiner Stirn,
Und eine hohe Abendklarheit war,
Und sahst nur immer weg von mir,
Ins Licht, ins Licht –
Und fern verscholl das Echo meines Aufschreis.