»Mögen die erlauchten Licchavier zugegen sein, mögen die erlauchten Licchavier zugegen sein! Heute wird zwischen mir und dem Asketen Gotamo eine Disputation stattfinden. Wenn mir da der Asket Gotamo ebenso entgegentritt, wie einer seiner bekannten Jünger, der Mönch Assaji, mir entgegengetreten ist, so werde ich den Asketen Gotamo, gleichwie etwa ein starker Mann einen langhaarigen Widder bei den Haaren ergreifen, heranziehn, herumziehn, rings herumziehn mag, mit der Rede heranziehn, herumziehn, rings herumziehn; oder gleichwie etwa der starke Knecht eines Branntweinbrenners das große Filtriergeflecht in einen tiefen Wasserpfuhl werfen, am einen Ende festhalten, heranziehn, herumziehn, rings herumziehn mag, so werde auch ich den Asketen Gotamo mit der Rede heranziehn, herumziehn, rings herumziehn; oder gleichwie etwa ein rüstiger Branntweinsäuberer das Destilliersieb am Henkel packen, {229} hinschwenken, herschwenken, ausseihen mag, so werde auch ich den Asketen Gotamo mit der Rede hinschwenken, herschwenken, ausseihen; oder gleichwie etwa ein sechzigjähriger Elephant in einen tiefen Lotusweiher steigt und ein sogenanntes Spritzbad zur Erholung vornimmt, so gedenke auch ich mit dem Asketen Gotamo eine Art Spritzbad zur Erholung vorzunehmen. Mögen die erlauchten Licchavier zugegen sein, mögen die erlauchten Licchavier zugegen sein! Heute wird zwischen mir und dem Asketen Gotamo eine Disputation stattfinden.«

Da sagten einige der Licchavier: »Wie nun? Wird der Asket Gotamo das Wort Saccakos, des Nigaṇṭhersohns, aufheben, oder wird Saccako, der Nigaṇṭhersohn, das Wort des Asketen Gotamo aufheben?« Andere der Licchavier sagten: »Wie nun? Wird dieser Prahler Saccako, der Nigaṇṭhersohn, das Wort des Erhabenen aufheben, oder wird der Erhabene das Wort Saccakos, des Nigaṇṭhersohns, aufheben?« Und Saccako Nigaṇṭhaputto begab sich nun, von den fünfhundert Licchaviern begleitet, zum Großen Walde, zur Halle der Einsiedelei.

Um diese Zeit nun erging sich eine Schaar Mönche im Freien. Da trat Saccako der junge Nigaṇṭher zu den Mönchen heran und sprach also zu ihnen:

»Wo weilt denn, Liebe, der verehrte Gotamo jetzt? Wir möchten gern jenen verehrten Gotamo sehn!«

»Der Erhabene, Aggivessano, hat sich in den Großen Wald begeben und weilt bis gegen Abend unter einem Baume sitzend.«

Da nun wandte sich Saccako der junge Nigaṇṭher mit der zahlreichen Schaar der Licchavier in das Innere des Großen Waldes, suchte den Erhabenen auf, wechselte höflichen Gruß und freundliche, denkwürdige Worte mit dem Erhabenen und setzte sich zur Seite nieder. Von jenen Licchaviern aber verneigten sich einige ehrerbietig vor dem Erhabenen und setzten sich zur Seite nieder; andere wechselten höflichen Gruß und freundliche, denkwürdige Worte mit dem Erhabenen und setzten sich zur Seite nieder; einige wieder falteten die Hände zum Erhabenen und setzten sich zur Seite nieder; andere wieder gaben beim Erhabenen Namen und Stand zu erkennen und setzten sich zur Seite nieder; und andere setzten sich still zur Seite nieder. Hierauf nun sprach Saccako der junge Nigaṇṭher zum Erhabenen also:

»Darf ich den verehrten Gotamo über irgend etwas befragen, wenn mir der verehrte Gotamo der Frage Beantwortung gewähren will?«

»Frag’, Aggivessano, nach Belieben.«

{230} »Wie unterweist denn der verehrte Gotamo seine Jünger, und welcherart ist die Belehrung, die bei den Jüngern des verehrten Gotamo am meisten gilt?«

»So, Aggivessano, unterweise ich die Jünger, und solcherart ist die Belehrung, die bei meinen Jüngern am meisten gilt: ›Der Körper, ihr Mönche, ist vergänglich, das Gefühl ist vergänglich, die Wahrnehmung ist vergänglich, die Unterscheidungen sind vergänglich, das Bewusstsein ist vergänglich. Der Körper, ihr Mönche, ist wesenlos, das Gefühl ist wesenlos, die Wahrnehmung ist wesenlos, die Unterscheidungen sind wesenlos, das Bewusstsein ist wesenlos. Alle Unterscheidungen sind vergänglich, alle Dinge sind wesenlos.‹ So, Aggivessano, unterweise ich die Jünger, und solcherart ist die Belehrung, die bei meinen Jüngern am meisten gilt.«