Es setzte sich der Erhabene auf den dargebotenen Sitz.
Da nun kam Saccako Nigaṇṭhaputto dorthin wo der Erhabene weilte, wechselte höflichen Gruß und freundliche, denkwürdige Worte mit dem Erhabenen und setzte sich zur Seite nieder. Hierauf nun sprach Saccako der junge Nigaṇṭher zum Erhabenen also:
»Es giebt, o Gotamo, einige Asketen und Priester, die den Körper in der Gewalt haben, aber nicht das Gemüth. Sie empfinden ja, o Gotamo, körperliches Wehgefühl. Zuweilen, o Gotamo, von körperlichem Wehgefühl getroffen, wird da einer vom Schlage gerührt, oder das Herz zerspringt, oder heißes Blut quillt aus dem Munde, oder er fällt dem Wahnsinn anheim, der Geistesverwirrung. Bei einem solchen, o Gotamo, ist also das Gemüth dem Körper unterworfen, richtet sich nach dem Willen des Körpers. Und was ist der Grund hierfür? Die Ohnmacht des Gemüthes. Anderseits wieder, o Gotamo, {238} giebt es einige Asketen und Priester, die das Gemüth in der Gewalt haben, aber nicht den Körper. Sie empfinden ja, o Gotamo, geistiges Wehgefühl. Zuweilen, o Gotamo, von geistigem Wehgefühl getroffen, wird da einer vom Schlage gerührt, oder das Herz zerspringt, oder heißes Blut quillt aus dem Munde, oder er fällt dem Wahnsinn anheim, der Geistesverwirrung. Bei einem solchen, o Gotamo, ist also der Körper dem Gemüthe unterworfen, richtet sich nach dem Willen des Gemüthes. Und was ist der Grund hierfür? Die Ohnmacht des Körpers. Da kann ich mich nun, o Gotamo, des Gedankens nicht erwehren: offenbar haben die Jünger des verehrten Gotamo das Gemüth in der Gewalt, aber nicht den Körper.«
»Was hast du denn, Aggivessano, Gewalthaben über den Körper nennen hören?«
»Da ist zum Beispiel Nando Vaccho, Kiso Saṉkicco, Makkhali Gossālo[30]: das sind Unbekleidete, o Gotamo, Ungebundene, Handverköster, keine Ankömmlinge, keine Abwärtlinge, die gestatten keine Darreichung, keine Vergünstigung, keine Einladung, spähen beim Empfangen des Almosens nicht nach dem Topfe, nicht nach der Schüssel, nicht über die Schwelle, nicht über das Gitter, nicht in den Kessel hinein, nehmen nicht von zu zweit Speisenden an, nicht von einer Schwangeren, nicht von einer Säugenden, nicht von einer, die vom Manne kommt, nicht von Beschmutzten, nicht wo ein Hund dabei steht, nicht wo Fliegen hin und her schwärmen, essen keinen Fisch, kein Fleisch, trinken keinen Wein, kein gebranntes Wasser, keinen gegohrenen Haferschleim. Sie gehn zu einem Hause und begnügen sich mit einer handvoll Almosenspeise; gehn zu zwei Häusern und begnügen sich mit zwei handvoll Almosenspeise; gehn zu sieben Häusern und begnügen sich mit sieben handvoll Almosenspeise. Sie fristen ihr Leben durch die Mildthätigkeit von nur einer Spenderin, von nur zwei Spenderinen, von nur sieben Spenderinen. Sie nehmen nur jeden ersten Tag Nahrung ein, nur jeden zweiten Tag, nur jeden siebenten Tag. Solcherart wechselnd beobachten sie streng diese bis auf einen halben Monat ausgedehnte Fastenübung.«
»Wie nun, Aggivessano: fristen sie ihr Leben einzig auf diese Weise?«
»Das wohl nicht, o Gotamo! Sondern späterhin, o Gotamo, verzehren sie reichlich feste Speise, genießen reichlich flüssige Speise, schmecken vorzügliche Gerichte, schlürfen vorzügliche Getränke. Dadurch gewinnen sie natürlich wieder Körperkraft, gehn in die Breite, werden wohlbeleibt, wie bekannt.«
»Was sie also, Aggivessano, vorher verworfen haben übertreiben sie nachher, und so entsteht dieses Schwellen und Schwinden des Leibes. Und was hast du, Aggivessano, Gewalthaben über das Gemüth nennen hören?«
{239} Auf diese Frage des Erhabenen wusste Saccako Nigaṇṭhaputto keinen Bescheid.
Da sprach nun der Erhabene zu Saccako Nigaṇṭhaputto also: