Achte Rede
VERSIEGUNG DES DURSTES
– II –
Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Sāvatthī, im Siegerwalde, im Garten Anāthapiṇḍikos. Zu jener Zeit nun hatte ein Mönch Namens Sāti, der Sohn eines Fischers, folgende verkehrte Meinung gefasst: ›Also verstehe ich die vom Erhabenen verkündete Lehre, dass nämlich dieses unser Bewusstsein im Kreislauf des Wandelseins beharrt, unveränderlich.‹ Es kam nun vielen Mönchen zu Ohren, dass ein Mönch Namens Sāti, der Sohn eines Fischers, diese verkehrte Meinung gefasst habe. Da begaben sich nun jene Mönche dorthin wo sich Sāti der Mönch, der Fischersohn, aufhielt, und sprachen hierauf also zu ihm:
»Ist es wahr, wie man sagt, Bruder Sāti, du habest diese verkehrte Meinung gefasst: ›Also verstehe ich die vom Erhabenen verkündete Lehre, dass nämlich dieses unser Bewusstsein im Kreislauf des Wandelseins beharre, unveränderlich‹?«
»So ist es, ihr Brüder, allerdings fasse ich die vom Erhabenen verkündete Lehre dahin auf, dass es dieses unser Bewusstsein ist, welches im Kreislauf des Wandelseins beharrt, unveränderlich.«
Da nun wollten jene Mönche Sāti den Mönch, den Sohn eines Fischers, von seiner verkehrten Meinung abbringen, wandten sich zu ihm, sprachen zu ihm, belehrten ihn: »Nicht also rede, Bruder Sāti, den Erhabenen verbessere nicht, nicht ist es gut den Erhabenen verbessern, nicht kann der Erhabene solches gesagt haben. Auf manigfaltige Weise, Bruder Sāti, wurde die bedingte Natur des Bewusstseins vom Erhabenen erklärt: {257} ‚Ohne zureichenden Grund entsteht kein Bewusstsein.‘«
Sāti der Mönch aber, der Sohn eines Fischers, obzwar von jenen Mönchen also angegangen, angesprochen und belehrt, hielt an dieser seiner verkehrten Meinung zähe fest: »Ich, fürwahr, ihr Brüder, fasse die vom Erhabenen verkündete Lehre also auf, dass es dieses unser Bewusstsein ist, welches im Kreislauf des Wandelseins beharrt, unveränderlich.«
Als nun jene Mönche Sāti den Mönch, den Sohn eines Fischers, von dieser verkehrten Meinung nicht abbringen konnten, begaben sie sich dorthin wo der Erhabene weilte, begrüßten den Erhabenen ehrerbietig und setzten sich zur Seite nieder. Hierauf nun sprachen jene Mönche zum Erhabenen also:
»Ein Mönch Namens Sāti, o Herr, der Sohn eines Fischers, hat folgende verkehrte Meinung gefasst: ›Also verstehe ich die vom Erhabenen verkündete Lehre, dass nämlich dieses unser Bewusstsein im Kreislauf des Wandelseins beharrt, unveränderlich.‹ Hiervon erhielten wir Kunde, o Herr, begaben uns zu Sāti und fragten ihn, ob das Gerücht wahr sei. Auf unsere Frage, o Herr, erwiderte uns Sāti der Mönch, der Fischersohn: ›So ist es, ihr Brüder, allerdings fasse ich die vom Erhabenen verkündete Lehre dahin auf, dass es dieses unser Bewusstsein ist, welches im Kreislauf des Wandelseins beharrt, unveränderlich.‹ Da nun wollten wir, o Herr, Sāti den Mönch, den Sohn eines Fischers, von seiner verkehrten Meinung abbringen, wandten uns zu ihm, sprachen zu ihm, belehrten ihn: Nicht also rede, Bruder Sāti, den Erhabenen verbessere nicht, nicht ist es gut den Erhabenen verbessern, nicht kann der Erhabene solches gesagt haben. Auf manigfaltige Weise, Bruder Sāti, wurde die bedingte Natur des Bewusstseins vom Erhabenen erklärt: ‚Ohne zureichenden Grund entsteht kein Bewusstsein.‘ Obzwar nun, o Herr, solcherart von uns angegangen, angesprochen und belehrt, hielt Sāti der Mönch, der Sohn eines Fischers, an dieser seiner verkehrten Meinung zähe fest: ›Ich aber, Brüder, fasse die vom Erhabenen verkündete Lehre also auf, dass es dieses unser Bewusstsein ist, welches im Kreislauf des Wandelseins beharrt, unveränderlich.‹ Da wir nun, o Herr, Sāti den Mönch, den Sohn eines Fischers, von dieser verkehrten Meinung nicht abbringen konnten, beschlossen wir, die Sache dem Erhabenen vorzutragen.«