»Der Himmelsraum, o Herr, ist ja gestaltlos, unsichtbar, da kann man nicht wohl eine Gestalt zeichnen, ein Bild erscheinen lassen, {128} so viel Mühe und Plage auch immer jener Mann haben mag.«

»Ebenso nun auch, ihr Mönche, giebt es da fünferlei Redeweisen, deren die Leute sich euch gegenüber bedienen können: rechtzeitiger oder unzeitiger, sinniger oder unsinniger, höflicher oder grober, zweckmäßiger oder unzweckmäßiger, liebevoller oder heimtückischer. Zur rechten Zeit, ihr Mönche, können sich die Leute der Rede bedienen, oder zur unrechten Zeit. Den Thatsachen entsprechend, ihr Mönche, können sich die Leute der Rede bedienen, oder den Thatsachen nicht entsprechend. Höflicher Rede, ihr Mönche, können sich die Leute bedienen, oder grober. Zweckmäßiger Rede, ihr Mönche, können sich die Leute bedienen, oder unzweckmäßiger. Liebevoller Rede, ihr Mönche, können sich die Leute bedienen, oder heimtückischer. Da habt ihr euch nun, meine Mönche, wohl zu üben: ›Nicht soll unser Gemüth verstört werden, kein böser Laut unserem Munde entfahren, freundlich und mitleidig wollen wir bleiben, liebevollen Gemüthes, ohne heimliche Tücke; und jene Person werden wir mit liebevollem Gemüthe durchstrahlen: von ihr ausgehend werden wir dann die ganze Welt mit himmelsraumgleichem Gemüthe, mit weitem, tiefem, unbeschränktem, von Grimm und Groll geklärtem, durchstrahlen‹: also habt ihr euch, meine Mönche, wohl zu üben.

»Gleichwie etwa, ihr Mönche, wenn da ein Mann herkäme, mit einem lodernden Strohwisch versehn, und spräche also: ›Ich werde mit diesem lodernden Strohwisch den Ganges ausdünsten, gänzlich ausdünsten‹; was meint ihr nun, Mönche: könnte wohl dieser Mann mit dem lodernden Strohwisch den Ganges ausdünsten, gänzlich ausdünsten?«

»Gewiss nicht, o Herr!«

»Und warum nicht?«

»Der Ganges, o Herr, ist ja tief, unermesslich, den kann man nicht wohl mit einem lodernden Strohwisch ausdünsten, gänzlich ausdünsten, so viel Mühe und Plage auch immer jener Mann haben mag.«

»Ebenso nun auch, ihr Mönche, giebt es da fünferlei Redeweisen, deren die Leute sich euch gegenüber bedienen können: rechtzeitiger oder unzeitiger, sinniger oder unsinniger, höflicher oder grober, zweckmäßiger oder unzweckmäßiger, liebevoller oder heimtückischer. Zur rechten Zeit, ihr Mönche, können sich die Leute der Rede bedienen, oder zur unrechten Zeit. Den Thatsachen entsprechend, ihr Mönche, können sich die Leute der Rede bedienen, oder den Thatsachen nicht entsprechend. Höflicher Rede, ihren Mönche, können sich die Leute bedienen, oder grober. Zweckmäßiger Rede, ihr Mönche, können sich die Leute bedienen, oder unzweckmäßiger. Liebevoller Rede, ihr Mönche, können sich die Leute bedienen, oder heimtückischer. Da habt ihr euch nun, meine Mönche, wohl zu üben: ›Nicht soll unser Gemüth verstört werden, kein böser Laut unserem Munde entfahren, freundlich und mitleidig wollen wir bleiben, liebevollen Gemüthes, ohne heimliche Tücke; und jene Person werden wir mit liebevollem Gemüthe durchstrahlen: von ihr ausgehend werden wir dann die ganze Welt mit gangesgleichem Gemüthe, mit weitem, tiefem, unbeschränktem, von Grimm und Groll geklärtem, durchstrahlen‹: also habt ihr euch, meine Mönche, wohl zu üben.

»Gleichwie etwa, ihr Mönche, wenn da ein Katzenfell wäre, gegerbt, gut gegerbt, wohl ausgegerbt, weich und wollig, saftlos und kraftlos; und es käme ein Mann her, mit einem Scheit oder Scherben versehn, und spräche also: ›Ich werde dieses Katzenfell, das gegerbt worden ist, gut gegerbt, wohl ausgegerbt, das weiche und wollige, saftlose und kraftlose, mit dem Scheite oder dem Scherben zu Säften und Kräften bringen‹; was meint ihr nun, Mönche: könnte wohl dieser Mann das Katzenfell, das gegerbte, gut gegerbte, wohl ausgegerbte, das weiche, wollige, saft- und kraftlose, mit dem Scheite oder dem Scherben zu Säften und Kräften bringen?«

»Gewiss nicht, o Herr!«