»Und warum nicht?«

»Das Katzenfell, o Herr, ist ja gegerbt, gut gegerbt, wohl ausgegerbt worden, weich und wollig, saftlos und kraftlos, das kann man nicht wohl mit einem Scheit oder Scherben zu Säften und Kräften bringen, so viel Mühe und Plage auch immer jener Mann haben mag.«

»Ebenso nun auch, ihr Mönche, giebt es da fünferlei Redeweisen, deren die Leute sich euch gegenüber bedienen können: {129} rechtzeitiger oder unzeitiger, sinniger oder unsinniger, höflicher oder grober, zweckmäßiger oder unzweckmäßiger, liebevoller oder heimtückischer. Zur rechten Zeit, ihr Mönche, können sich die Leute der Rede bedienen, oder zur unrechten Zeit. Den Thatsachen entsprechend, ihr Mönche, können sich die Leute der Rede bedienen, oder den Thatsachen nicht entsprechend. Höflicher Rede, ihr Mönche, können sich die Leute bedienen, oder grober. Zweckmäßiger Rede, ihr Mönche, können sich die Leute bedienen, oder unzweckmäßiger. Liebevoller Rede, ihr Mönche, können sich die Leute bedienen, oder heimtückischer. Da habt ihr euch nun, meine Mönche, wohl zu üben: ›Nicht soll unser Gemüth verstört werden, kein böser Laut unserem Munde entfahren, freundlich und mitleidig wollen wir bleiben, liebevollen Gemüthes, ohne heimliche Tücke; und jene Person werden wir mit liebevollem Gemüthe durchstrahlen: von ihr ausgehend werden wir dann die ganze Welt mit katzenfellgleichem Gemüthe, mit weitem, tiefem, unbeschränktem, von Grimm und Groll geklärtem, durchstrahlen‹: also habt ihr euch, meine Mönche, wohl zu üben.

»Wenn auch, ihr Mönche, Räuber und Mörder mit einer Baumsäge Gelenke und Glieder abtrennten, so würde wer da in Wuth geriethe nicht meine Weisung erfüllen. Da habt ihr euch nun, meine Mönche, wohl zu üben: ›Nicht soll unser Gemüth verstört werden, kein böser Laut unserem Munde entfahren, freundlich und mitleidig wollen wir bleiben, liebevollen Gemüthes, ohne heimliche Tücke; und jene Person werden wir mit liebevollem Gemüthe durchstrahlen: von ihr ausgehend werden wir dann die ganze Welt mit liebevollem Gemüthe, mit weitem, tiefem, unbeschränktem, von Grimm und Groll geklärtem, durchstrahlen‹: also habt ihr euch, meine Mönche, wohl zu üben.

»Dieser Belehrung aber, ihr Mönche, durch das Gleichniss der Säge mögt ihr euch oftmals erinnern. Wisst ihr, meine Mönche, von einer Redeweise, ob fein oder gemein, die ihr nicht ertragen könntet?«

»Gewiss nicht, o Herr!«

»Darum also, ihr Mönche: dieser Belehrung durch das Gleichniss der Säge erinnert euch oftmals; es wird euch lange zum Wohle, zum Heile gereichen.«

Also sprach der Erhabene. Zufrieden freuten sich jene Mönche über das Wort des Erhabenen.