Die „Kölnische Zeitung“ schrieb über die Ernst Liebermannsche Faust-Ausgabe:
„In Papier und Druck vollendet vornehm ausgestattet, erhält diese Ausgabe einen ganz besonderen Wert durch die Bilder und den Buchschmuck von Ernst Liebermann. Sinnvoll und von einfacher Klarheit in den symbolischen Darstellungen und den altdeutschen Charakter in den realistischen Szenen mit kräftigem Griffel kennzeichnend, sind diese Bildwerke ein glänzender Beweis für den außerordentlichen Fortschritt der modernen graphischen Kunst. Im Vergleich mit anderen Faustdarstellungen, wie etwa denjenigen Kaulbachs oder Krelings, geben sie sowohl in ihrer rein künstlerischen Kraft des Ausdrucks, wie namentlich auch in der Tiefe der künstlerischen Phantasie, die dem Dichter bildend nachgeht, ein höchst bemerkenswertes und überaus lehrreiches Bild einer völlig verwandelten Kunstkultur.“
Die „Neue Freie Presse“, Wien, schrieb:
„Der ‚Faust‘ hat in dieser Ausgabe schon äußerlich etwas Feierliches, Ernstes und Würdiges. Er erscheint wie ein Brevier, wie eine literarische Hausbibel, der ein besonderer Platz im Bücherkasten angewiesen und die mit einer gewissen Andacht hervorgeholt wird. Diesem Charakter des Buches entsprechen auch die Bilder und Verzierungen, die der Münchener Maler Ernst Liebermann gezeichnet hat und die durch ihre kräftige Holzschnittmanier dem großen, starken Frakturdruck entsprechen. Zu der äußeren Ausstattung stimmt auch der Leineneinband, der sehr einfach ist, aber dem Buche auch das Aussehen eines wertvollen Kodex gibt.“
Bibliothek wertvoller Memoiren.
Lebensdokumente hervorragender
Menschen aller Zeiten und Völker.
Herausgegeben in Verbindung mit
Prof. Dr. Carl Brockelmann, Leipzig Hofrat Prof. Dr. August Fournier, Wien — Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Karl Theodor von Heigel, München — Geh. Hofrat Prof. Dr. Karl Lamprecht, Leipzig — Prof. Dr. Karl Wenck, Marburg i./H.
von Dr. Ernst Schultze, Hamburg.