Auf diese Weise wurde der Teufel um den Lohn geprellt, während Saemund die Pfarrstelle in Odde bekam.

4. Wie Saemund sein Heu bei trockenem Wetter einbrachte

Saemund hatte einmal eine Menge trockenes Heu auf der Wiese, und es drohte Regen. Er bat deshalb seine sämtlichen Leute, sich anzustrengen, das Heu zusammenzubringen, ehe der Regen beginne. Es lebte damals bei ihm in Odde ein altes Weib, mit Namen Thorhildur; zu ihr ging der Pfarrer und ersuchte sie, auf den Heimacker hinauszuhumpeln und zusammenzuharken, was von dem Heu sonst verloren ginge. Sie versprach, es zu versuchen, nahm eine Harke in die Hand und band die Haube, die sie zu tragen pflegte, auf den Stiel, worauf sie hinaushumpelte. Bevor sie ging, Sagte sie zu Pfarrer Saemund, daß er selber auf dem Heuhof zugegen sein sollte, um das Heu in Empfang zu nehmen; denn die Knechte würden nicht lange Zeit brauchen, um es zu binden und nach Hause zu tragen. Der Pfarrer versprach, ihren Rat zu befolgen, das würde wohl das beste sein, meinte er.

Kaum aber war die Alte auf den Heimacker hinausgekommen, als sie das Ende der Harke unter jeden Heuschober steckte und sagte: »Hin auf den Heuhof zu Saemund!« Das waren Zauberworte, denn jeder Schober, den die Alte mit diesen Worten auf den Harkenstiel hob, flog sofort auf den Heuhof. Da sagte Saemund zu dem Teufel und seinen Kleinteufelchen, daß es nun wohl am besten wäre, das Heu geschwind in Diemen zu setzen. Es dauerte nicht lange, bis sie das ganze Heu trocken auf dem Heuhof hatten. Später sagte Saemund zu der Alten: »Du kannst mehr als dein Vaterunser, Thorhildurchen!«

Sie aber erwiderte: »Es ist leider nicht mehr viel davon übrig geblieben, denn das meiste, was ich in meiner Jugend gekonnt habe, habe ich jetzt vergessen.«

5. Wie Saemund den Teufel in seinen Dienst nahm

Einmal fragte Pfarrer Saemund den Teufel, wie klein er sich machen könne. Der Teufel antwortete, daß er sich so klein wie eine Mücke machen könne. Da holte Saemund einen Bohrer und bohrte ein Loch in einen Balken, worauf er dem Teufel gebot, dahineinzukriechen. Der Teufel brauchte nicht viel Zeit, um hineinzufliegen; kaum aber war er glücklich drin, als Saemund einen Pfropfen in das Loch steckte, und wie sehr nun auch der Teufel jammerte und schrie und bettelte, Saemund nahm den Pfropfen doch nicht aus dem Loch, ehe der Teufel ihm versprochen hatte, immer zu tun, was er je von ihm verlangen würde.

Das war die Ursache, daß Saemund den Teufel stets dazu bringen konnte auszuführen, was es auch sein mochte.

6. Wie Saemund den Teufel in Verlegenheit brachte, als er sich in eine Fliege verwandelt hatte

Der Teufel sah Saemund den Weisen stets scheel an, weil es ihn ärgerte, daß er in allem, was sie miteinander zu tun hatten, immer den Kürzeren zog. Deshalb versuchte er, sich auf jede Weise an dem Pfarrer zu rächen, obgleich es ihm nicht gelingen wollte.