zulks als hier in ’t gezang na d’oude wijs werd verteld.
und hat gar keinen poetischen Werth.
Das wahrhaft Geschichtliche in diesem Liede berichten am besten die Zeitgenossen Melis Stoke (ed. Huydec. II. D. bl. 255, 4. boek vers 1024 enz.) und van Velthem (ed. Le Long bl. 202. 3. boek cap. 44. enz.). Eigentliche Veranlassung zu der Gefangennehmung und dem nachherigen Morde ist wol nur in dem Übermuthe des holländischen Adels zu suchen, der sich durch des Grafen Bündniss mit Frankreich und durch die große Liebe, worin er bei den mächtigen Friesen und Kennemern stand, beeinträchtigt und gefährdet glaubte. Der Volksdichter griff daher ein populäreres und poetischeres Motiv auf, und dazu diente ihm die alte Sage, dass Gerhards van Velsen Gemahlin durch den Grafen Floris geschändet worden sei, und Gerhard eben darum an seinem Landesherrn so blutige Rache genommen habe. Allerdings mag Floris ein lebenslustiger Fürst gewesen sein, darum darf ihm aber noch ein solches Verbrechen nicht schuld gegeben werden. Die Zeitgenossen wissen nicht einmal, dass er ausschweifend war, auch folgt dies gar nicht aus dem spätern Beka (bei Leo, Niederl. Gesch. 1. Th. S. 712). Übrigens mochten seine Feinde manches ausgesprengt haben, um sich später vor dem erbitterten Volke zu rechtfertigen: Dahin gehört denn auch wol die Sage von der Nothzucht; der Pastor von Veltheim kennt sie schon, er gedenkt ihrer unter den Gründen, welche den Adel zum Verrathe veranlasst haben sollen; dass er jedoch selbst nichts davon hielt, beweist schon das Unbestimmte in der ganzen Angabe:
Ander segghen, dat om een vrouwe quam
dat men hem sijn leven nam,
daer hi met hebben soude te doene,
die wijf was eens van sinen baroene,
ende datten die ghene daer om laghen
leiden van der stont alle daghen.
Zu welchen harten Urtheilen spätere Geschichtschreiber über Floris durch jene Sage und das missverstandene overspel verführt wurden, bezeugen die Auszüge aus ihren Schriften in Casp. Commelin, Beschryving van Amsterdam 1. Deel (t’ Amst. 1693. fol.) bl. 58. enz.