»Ich tue nichts.«

»Glaubst du an Christus, sag' es mir.«

»Wie du doch fragst! So kann ich nicht antworten. Ich glaube nicht an ihn, aber ich glaube wie er. Er war reinen Geistes, ein freier Weg der Liebe, die vor ihm war und immer ist. Sagt nicht er selbst, er sei der Weg? Sieh, so versteh es. Nicht mit ihm kam die Liebe in die Welt, sondern durch ihn, wie durch viele vor ihm und viele nach ihm. Zuweilen erwählt sie einen Menschen, in dem sie sich ohne Makel offenbart, dann ist es, als sähest du die Liebe selbst, oder Gott. Sagt er nicht, daß wer ihn sieht, Gott erblickt, und sagt er nicht, daß Gott die Liebe sei? Oh, welch eine Offenbarung der Liebe war sein Wesen! Aber alles, was uns von ihm bekannt ist, ist uns durch Menschengedanken und -sinne übermacht, es ist besser, an die Liebe selbst zu glauben, von ihr aus wirst du ihn verstehen, besser als umgekehrt. Immer ist der Vater die Quelle.«

»Der Vater, Asja?«

»Ja, durch den Gehorsam, sagte ich es dir nicht?«

»Was nennst du Gehorsam?«

»Oh, frag mich nicht, du wirst alles erleben, bald oder spät, ich aber möchte mich irren, wer wird einem Wort vertrauen, das so schnell gesagt ist, wie eine Antwort es herausfordert? Gehorsam sein heißt der Liebe kein Hindernis bereiten. Es gibt kein anderes Gebot, keinen anderen Gehorsam.«

»Und alle Gesetze, die Kirche?«

»Die Lieblosigkeit, der Zweifel, der Unglaube haben die Kirche erschaffen. Die Liebe bedarf ihrer nicht. Als Luther die Gesetze der alten Kirche zertrümmerte, trieb ihn die Liebe, als er neue erschuf, quälte ihn der Zweifel. Aber wie spreche ich denn, du drängst mich in meine Armut.«

»Oh, sprich weiter, Asja.«