Es begleiteten uns noch einige Leute, die mir fremd waren, es mochten Bewohner des Hauses sein, in dem Asja gestorben war, arme, fremde Gestalten, wie wir, die niemand kannte. Neben dem Wagen her schritt ein junger Pfarrer, dessen Gestalt und Bewegungen, in seiner Amtstracht, mich beschäftigten. Da der Weg schmaler wurde, blieb er stehen, ließ den Wagen an sich vorüber und trat an meine Seite.

»Wir sind gleich am Grab,« sagte er zu mir, »haben Sie die Tote gekannt?«

»Ja.«

»So können Sie mir vielleicht irgend etwas sagen, das Beziehung zu ihrem verflossenen Leben hat, und das ich in meinen Worten am Grab zum Trost der Mutter anführen könnte.«

Der junge Geistliche machte mich sonderbar befangen; ich werde freundlich und höflich antworten, dachte ich, aber mir kam nichts in den Sinn, das mir, in Worte gefaßt, nicht sinnlos erschienen wäre. So schwieg ich unbeholfen und fühlte den Blick des Mannes forschend auf mir ruhen.

»Es ist gut«, sagte er endlich nachsichtig, und, wie um auszugleichen, daß ich nicht vor ihm bestanden hatte, fügte er herbeilassend hinzu, ohne daß es mitteilsam wirkte:

»So will ich denn das Wort aus Johannes über dieser Toten sagen: Ihr habt nicht mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt.«

Ich erbebte und legte meine Hand auf den blumenlosen Sarg. »Asja«, sagte ich.

»Warum lächeln Sie?« sagte der Geistliche betroffen.

Ich schaute zu ihm auf, ohne auf ihn zu achten.