»Oh, verzeih!« sagte sie herzlich, »du hast so schön gesprochen, und ich bin eingeschlafen. Wie häßlich von mir. Aber glaube doch, ich habe das meiste gehört, es war wirklich sehr schön, besonders der Anfang. Bist du böse?«

»Wer bist du?«

»Sicher kein Gespenst — du schaust mich an, als sei ich eins. Bitte gib mir mein Hemd.«

Ich sah mich um.

»Dort am Waschtisch.«

Ich fand dort etwas Helles, leichter als ein Taschentuch, und reichte es ihr, wie im Traum. Es flatterte auf wie ein Nebelwölkchen im Licht, senkte sich zwischen den erhobenen Armen, und das blonde Haar flimmerte wieder im Kerzenschein. Aus dem losen goldenen Rahmen, aus betörend zartem Lebensblaß, sahen die Augen mich groß und sicher an, zugleich hell und dunkel, mit lächelndem Forschen, ohne Schüchternheit, aber ernst.

»Also ich heiße Kaja, von Geburt und Titel bin ich Baronesse, Freifräulein und »gnädige Frau«. Das tut aber nichts zur Sache, ich lege keinen Wert darauf, und wer bist du?«

»Worauf legst du Wert?«

»Das ist einfach zu sagen: Auf Sonnenschein, auf ein gutes Buch und kluge Männer.«

»Ich würde wenigstens sagen: Auf gute Bücher und einen klugen Mann.«