Der Hauslehrer:

Hätten Sie noch eine Mutter, Ihnen wäre wohl.

Der Sohn:

Meine Mutter starb bei meiner Geburt. Ich weiß nichts von ihr. Alle schlafen in der Nacht, wenn ich unglücklich bin. Meine Mutter ist mir nie erschienen im Gold eines Himmeltags. Sie hat mich nie getröstet, wenn das Fieber kam. Ich glaube, sie ist zu jung, um das zu verstehn. Meine Mutter hat mit achtzehn Jahren geheiratet. Wie fern und kindlich ist die Zeit, in der ich geboren bin!

Der Hauslehrer:

Ich weiß nicht, was ich Ihnen sagen soll. Ich möchte nicht, daß diese Stunde in den Brunnen fällt, ohne daß ein Tropfen von Güte über Sie komme. Vielleicht meint Ihr Vater es dennoch gut mit Ihnen! Später werden Sie erfahren, wie schwer es ist, einen andern zu lieben. Heute kennen sie keinen als sich. Ich habe viel Übles erduldet in meinem Leben, aber ich möchte niemandem dafür etwas antun. Und weil ich das erkannt habe, will ich meiner grauen Haare froh sein.

Lieber Junge, es kommt noch so viel Zeit zum Hassen. Ich fühle, ich bin arm vor Ihnen, denn ich kann Ihnen nicht helfen. Sie rühren mich so ... verzeihen Sie ... (er weint) ...

Der Sohn:

Vor einem Jahre hätte ich mit Ihnen geweint aus Angst. Heute muß ich lachen. Mich ekelt vor diesen Gefühlen. Wollen Sie ein Glas Wasser?

Der Hauslehrer: