Liebes Fräulein, laß mich bei dir sein diese Nacht. Ich will dich lieben! Erfülle, was kindliche Ehrfurcht noch scheu mir verhüllt hat. Dieser Tag des harrenden Schicksals muß in purpurnem Glücke enden. Ihr Feuer am Himmel meiner Heimat! Ihr Hochöfen und ihr Pappeln! Vor azurner Helligkeit laßt mich zum Manne werden! Auch das muß ich besitzen, damit ich ganz erfahre, wes Geistes ich bin.

Das Fräulein:

Mein kleiner Junge, komm zu mir, wenn es dich glücklich macht. Ich mochte dir so nahe sein! Ich streichle ja deine Hände, und wenn das geschieht, kann es nicht verloren gehn. Du sollst einmal voll Dankbarkeit an mich denken. Geh zu keiner andern Frau. Ich will für dich sorgen. Und bei mir darfst du alles tun.

Der Sohn:

Sage, daß du mich liebst, dann brauche ich nichts mehr zu fürchten. Ich könnte dir eine Schlacht gewinnen. Ich will es, wenn ich vor meinem Vater bin.

Das Fräulein

(streichelt ihn):

Und doch, wie wenig wird das, was du in dieser Nacht tust, aus Liebe geschehn. Was weißt du vom Leiden und vom Opfertod! In dir ist das Männliche: Du wirst kämpfen. Ich wollte, du kämest wieder, zerrissen, mit blutiger Stirn, dann würdest du erfahren, was eine Frau ist. Aber nein — du sollst siegen! Du liebst mich nicht, weil du mich liebst. Du mußt mich besitzen. Und weißt nicht, was ich für dich tue.

Der Sohn: