Der Vater:

Weit ist es mit dir gekommen! Du läßt mich deine ganze Niedrigkeit sehn. Danke deinem Schöpfer, daß ich dein Vater bin. Mit welcher Stirne hast du von mir und meinem Gelde gesprochen! Mit welcher Schamlosigkeit meinen Tod im Munde geführt. Ich habe mich in dir getäuscht — du bist schlecht — du bist nicht von meiner Art. Aber noch bin ich dein Freund und nicht dein Feind, deshalb züchtige ich dich für dieses Wort, wie du es verdient hast. (Er tritt auf ihn zu und schlägt ihn kurz ins Gesicht.)

Der Sohn

(nach einer langen Weile):

Du hast mir hier im Raum, auf dem noch der Himmel meiner Kindheit steht, das Grausamste nicht erspart. Du hast mich ins Gesicht geschlagen vor diesem Tisch und diesen Büchern — und ich bin doch mehr als du! Stolzer hebe ich mein Gesicht über dein Haus und erröte nicht vor deiner Schwäche. Du hassest ja nur den in mir, der du nicht bist. Ich triumphiere! Schlag mich weiter. Klarheit übermannt mich, keine Träne, kein Zorn. Wie bin ich jetzt anders und größer als du. Wo ist die Liebe, wo sind die Bande unseres Blutes hin! Selbst Feindschaft ist nicht mehr da. Ich sehe einen Herrn vor mir, der meinen Körper verletzt hat. Und doch war einst aus seinem Körper ein Kristall zu meinem Leben gestimmt. Das ist das unbegreiflich Dunkle. Unter uns trat Schicksal. Gut. Ich lebe länger als du! (Er taumelt.)

Der Vater:

Du zitterst. Nimm einen Stuhl. Ist dir nicht wohl? — Willst du etwas haben?

Der Sohn

(einen Augenblick etwas schwach in seinen Armen):

Ach, ich habe so viel auf dem Herzen.