Es ist ein Widerspruch. Hör mich zu Ende. Zwar haben wir in zwölf Monaten gelebt — aber wir wußten nicht wozu. Das Leben allein genügt nicht. Auf die Frage will ich heute Antwort geben: Wir leben für uns! Und ich werde diesen Passus meiner Rede zu ungeheurem Pathos steigern: wir wollen dem Tode, der uns verschont hat, ein Opfer bringen!

von Tuchmeyer:

Nicht aus Angst vor dem Publikum, sondern aus Neugierde: worin soll das Opfer bestehn?

Cherubim:

Darin, daß wir den Gott der Schwachen und Verlassenen von seinem Throne stürzen. An seine Stelle heben wir die Posaune der Freundschaft: unser Herz. Denn wir Vielfachen, wir Gestalten von heute, leben dem unermeßlich Neuen. Wir sind berufen für einander — so laßt uns die kleinen Gesetze der Schöpfungen korrigieren, Kampf, Entbehrung und die Grenze der unvollkommenen Natur — laßt uns den Mut haben zur Brutalisierung unsres Ichs in der Welt!

Zweite Szene.

(Der Vorhang zerteilt sich. Fürst Scheitel, in Frack und Mantel, tritt ein.)

Der Fürst:

Guten Abend, meine Herren! Lassen Sie sich nicht stören.

(Er legt ab.)