Wenn der Kometenkopf eine Wolke aus Meteorsubstanz ist, so muß diese Substanz unter der Einwirkung der Sonnenglut notwendig anfangen, Gase auszuhauchen, ja in nächster Sonnenbegegnung geradezu bis auf ihren schwersten Metallgehalt (Eisen) zu verdampfen.
Die Stoffe, die sich dabei zeigen, vor allem Kohlenwasserstoff und Natrium, treten mit ihrem charakteristischen Spektrum genau so hervor, wenn man einen zu uns herabgefallenen Meteorstein künstlich erhitzt. Auch wenn man den spektroskopischen Apparat auf unsere allnächtlichen Sternschnuppen richtet, kann man öfter die unverkennbare gelbe Linie des Natriums aufleuchten sehen, die vorblitzt im Moment, da der feine Meteorstaub in solcher Schnuppe völlig verdampft.
Die engere Art allerdings, wie in der Sonnennähe des Kometenkopfes das Kohlenwasserstofflicht gelegentlich von dem Natriumlicht ausgelöscht wird, kann man nur nachmachen, wenn man in geschlossener erhitzter Glasröhre durch ein Gemisch von Kohlenwasserstoff und verdampfendem Natrium einen elektrischen Strom leitet. Man muß also noch die Hilfserklärung machen, daß auch in dem Kometen elektrische Prozesse tätig sind.
Und das gibt sogar wieder eine sehr gute Ergänzung ab zur Erklärung des sonst seltsamen Umstandes, daß Kometen sich schon bei einer Entfernung von der Sonne wenigstens schwach selbstleuchtend zeigen, wo eine wirkliche Erhitzung ihrer Substanz bis zum eigentlichen Glühen von seiten der Sonne höchst unwahrscheinlich wird; hier wirken in ihnen eben rein elektrische Entladungen, die als solche schon Licht erzeugen.
So zwanglos nun alle diese Dinge sich in jenes andere Bild fügen, so steckt in ihnen doch plötzlich auch ein neues Angstmotiv.
Wenn aus dem Kometenkern Kohlenwasserstoff, Kohlenoxyd, Wasserstoff, Natrium, Cyan, Eisen verdampfen, so würden wohl auch im Schweif ganz besonders solche Dämpfe abqualmen müssen. Unter den genannten Stoffen sind aber böse Sachen für den Fall, daß dadurch eine derbe Erdberührung statthätte.
Kohlenoxyd und Cyan sind hochgradig giftig und würden, in größeren Massen plötzlich in unsere Erdatmosphäre hineingedampft, schlechterdings alles organische Leben vernichten.
Ein Petroleumregen würde sich augenblicklich an der ersten Flamme hier unten zur fürchterlichsten Explosion entzünden und auch die Erde veröden; eine Feuerwelle wie im kleinen eine der brennenden Erdgasquellen von Baku müßte um unsern ganzen Planeten schlagen.
Eine hochgradige Erdversalzung würde ebenfalls ein schlechter Spaß sein. Eine Weile hielten vielleicht noch gewisse salzfestere Steppenpflanzen und jene Artemia-Krebschen, die in eingedickter Salzsohle leben können, stand; aber zuletzt würden auch sie in der allgemeinen Pökelrinde der armen Erde eingehen.